Gehälter für Vorstände: Sparkassen zahlen ihren Chefs hohe Boni

Gehälter für Vorstände : Sparkassen zahlen ihren Chefs hohe Boni

Das Köln-Bonner Institut überweist seinen Vorständen mehr als die Richtlinien empfehlen. Mit dieser Praxis ist es allerdings nicht allein.

Sparkassenvorstände verdienen nicht schlecht. Das belegen regelmäßig Auswertungen der Geschäftsberichte. Zumindest in Nordrhein-Westfalen. Denn das Bundesland veröffentlicht die Bezüge der öffentlich-rechtlichen Banker. Bei den Berichten fehlt selten der Vergleich zu den Bezügen der Bundeskanzlerin. Die zieht regelmäßig den Kürzeren. 2013 lag etwa ihr Gehalt gut 70.000 Euro unter den Durchschnittsbezügen der NRW-Sparkassenchefs von 342.000 Euro.

Zu den Spitzenverdienern an der Sparkassenspitze gehören auch die Chefs von Kreissparkasse Köln und Sparkasse Köln Bonn. Das sollte niemanden überraschen. Diese Institute mit Bilanzsummen von jenseits der 20 Milliarden Euro und rund 4000 Mitarbeitern gehören zu den größten der Republik. Und die Bezüge bei den NRW-Sparkassen richten sich nach einer Empfehlung der Sparkassenverbände unter anderem nach Bilanzsumme, dem Kreditvolumen, dem Eigenkapital und dem Depot-Bestand der Kundendepots.

Alexander Wüerst von der Kreissparkasse Köln erhielt 2014 fast 868.000 Euro. Die setzen sich aus festen Bezügen von 758.000 Euro, einer Leistungszulage von 74.000 und sonstigen Bezügen – im Wesentlichen der Dienstwagen – von 35.900 Euro zusammen.

Artur Grzesiek, Chef der Sparkasse Köln Bonn, erhielt laut Geschäftsbericht gut 744.000 Euro; 590.600 fix, 16.500 sonstige Bezüge und eine Ergebniszulage von 137 500 Euro. Dieser Bonus fällt üppiger aus als von der Verbändeempfehlung eigentlich gedacht.

Nach der Empfehlung von 1996, die für nicht neu bestellte Vorstände noch immer gilt, wäre dieser Bonus zu hoch. Unter Ziffer 2.5 heißt es, dass dem Vorstandsmitglied eine leistungsbezogene Zulage von bis zu 15 Prozent des am 31. Dezember des abgelaufenen Geschäftsjahres zustehenden Gesamtbetrag gewährt werden kann. Def Bonus von Wüerst bleibt unter dieser Richtschnur, bei Grzesiek wird sie überschritten. Und nicht nur bei ihm. Der Rechercheverbund Correktiv hat ausgerechnet, dass die Sparkasse Köln Bonn ihrem gesamten Vorstand einen Bonus von 22 Prozent zugestanden hat.

Höhere Boni bekamen auch die Chefs der Frankfurter Sparkasse, ein Ex-Chef der Sparkasse Leverkusen und der Chef des Instituts in Hemer und Menden im Sauerland.

Freilich ist die Verbändeempfehlung nicht bindend. Die Sparkasse Köln Bonn „orientiert“ sich laut Geschäftsbericht an den Empfehlungen. Zu den Boni heißt es: „Neben der Festvergütung wird als variable Vergütung eine nichtruhestandsfähige Ergebniszulage von bis zu 100,0 TEUR bei Vorstandsmitgliedern und bis zu 150,0 TEUR bei dem Vorstandsvorsitzenden gewährt. Und das Institut legt Wert darauf, dass der Gesamtbetrag der Vergütung für die Vorstände deutlich unter dem Beträgen liegt, die die Empfehlungen vorsehen.

Die Vorstandsbezüge bei Sparkassen legt der vom Verwaltungsrat gebildete Hauptausschuss fest. Darin sind oft Bürger- und Oberbürgermeister vertreten, die deutlich weniger als die Sparkassenchefs erhalten.

Dabei verdienen die Chefs von Großsparkassen weniger als die Chefs von MDax-Konzernen, bewegen aber mehr Geld und haben oft mehr Mitarbeiter.