Gewinn gesteigert: So verlief das Jahr 2018 bei der Sparkasse Köln Bonn

Gewinn gesteigert : So verlief das Jahr 2018 bei der Sparkasse Köln Bonn

Bei dem Kreditinstitut wird man lockerer: Die Bonner Mitarbeiter können die Krawatte zu Hause lassen. Der Vorstand zeigt sich mit der Bilanz für 2018 zufrieden.

Ungewohnt leger trat der Vorstand der Sparkasse Köln-Bonn vor die Presse, um das Zahlenwerk für das abgelaufene Jahr zu präsentieren. Die drei Herren im Vorstand hatten ihre Krawatten zu Hause gelassen. Anzug trugen sie natürlich weiterhin, so wie auch Vorständin Nicole Handschuher und Personalchefin Christiane Weigand durchaus im Business-Outfit die Fragen beantworteten. Im Vergleich zu einem früheren Auftritt mit abgestimmten roten Krawatten beziehungsweise roten Halstüchern zeugte der Auftritt am Donnerstag aber durchaus von einem Kulturwandel.

„Die Gesellschaft ändert sich“, erläuterte der stellvertretende Vorstandschef Ulrich Voigt. Er habe inzwischen die Erfahrung machen müssen, dass bei manchen Geschäftsterminen Krawatten eher als Zeichen einer Distanzierung gewertet würden und auf Ablehnung stießen. Bei einigen Anlässen müsse Krawatte noch sein, aber in der Regel entschieden die Kollegen im Haus, ob sie eine tragen wollten, so Voigt, der wie im Vorjahr das Zahlenwerk präsentierte. Vorstandschef Rüdiger Linnebank sei „dienstunfähig erkrankt“, sagte Voigt. Der Verwaltungsrat befasse sich regelmäßig mit der Angelegenheit, sagte er lediglich noch auf Nachfrage.

Mit dem abgelaufenen Jahr zeigte sich Voigt zufrieden. Das Köln-Bonner Institut habe in einem Jahr mit weiter niedrigen Zinsen sowie wachsenden Konjunkturrisiken durch Zölle, Brexit und einer sich abkühlenden Wirtschaft die Ziele erreicht beziehungsweise auch besser als geplant abgeschnitten. Das Ergebnis vor Steuern übertraf nach vorläufigen Zahlen nicht nur das Vorjahresergebnis um gut 15 Millionen Euro. Es lag mit 59,6 Millionen über der angepeilten Marke von 50 Millionen. Auch wurden die Rücklagen gestärkt, die harte Kernkapitalquote kletterte von 11,8 auf zwölf Prozent, was Voigt auskömmlich nannte.

Das Institut profitierte etwa vom Verkauf der siebenstöckigen Immobilie am Bonner Friedensplatz an ein Konsortium aus Pensionsfonds großer Unternehmen. Nach Informationen dieser Zeitung betrug der Verkaufserlös rund 80 Millionen Euro. Es konnte aber auch Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten auflösen und erlegte sich eine strenge Kostendisziplin auf. Viele kleinere Maßnahmen seien dabei ergriffen worden wie etwa ein sparsamerer Umgang mit Papier. Auch früher angeschobene Digitalisierungsprojekte zahlten sich jetzt aus, so Handschuher.

Zahl der Filialen ist stabil

Die Cost-Income-Ratio verbesserte sich so um einen Prozentpunkt auf 78,1 Prozent. Je kleiner diese Zahl ist, umso effektiver arbeitet ein Institut. „Wir sind noch nicht zufrieden mit dem Wert“, so Voigt. Er solle in den kommenden drei bis fünf Jahren auf unter 75 Prozent sinken, was dann ein ordentlicher Wert sei.

Eine Fokussierung auf Kundenorientierung solle verstärkt werden. Die Sparkasse setze dabei auf Verwurzelung in der Region und persönliche Betreuung. Die kann auch über Telefon oder Chat erfolgen. Zusätzlich zu ihren stabil 84 Filialen hat das Institut eine Direktfiliale gegründet. Hier bieten derzeit 15 Mitarbeiter den Kunden alles außer Bargeldversorgung.

Ein Kunde im Urlaub habe über diese Filiale auch schnell einen Kredit für einen Oldtimer abgeschlossen, so dass er seinen Traumwagen tatsächlich habe erstehen können. Diese Filiale soll ausgebaut werden und in zwei bis drei Jahren rund 100 Mitarbeiter haben. Das Konzept für Privatkunden soll auch auf Firmenkunden übertragen werden.

790.000 Privat- und 85.000 Firmenkunden betreuen die jetzt noch 3916 Mitarbeiter. In einem laufenden Programm über fünf Jahre bis 2023 will sich die Sparkasse von insgesamt 850 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sozialverträglich trennen. Das geschehe über die Fluktuation und verlaufe nach Plan. Im abgelaufenen Jahr seien auch 20 bis 30 Aufhebungsverträge geschlossen werden. Angesprochen worden seien gezielt Mitarbeiter des Geburtsjahrgangs 1960, so Weigand. Gleichzeitig wolle man aber weiter ausbilden, betonte Voigt. Die Sparkasse Köln-Bonn habe derzeit 120 Auszubildende.

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