Gesprengte Geldautomaten: Sicherheit der Filialen wird erhöht

Gesprengte Geldautomaten : Sicherheit der Filialen wird erhöht

Kaum eine Woche vergeht, ohne dass ein Geldautomat in die Luft gejagt wird. Regionale Banken reagieren nun mit neuen Maßnahmen auf die Sprengattacken.

Seit Monaten machen Sprengungen von Geldautomaten in Nordrhein-Westfalen Schlagzeilen. Alleine 2015 zählte die Polizei 66 Fälle in NRW. In diesem Jahr haben Sprengattacken auf Geldautomaten auch in Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis weiter zugenommen. Erst vergangene Woche hatten bisher unbekannte Täter einen Geldautomaten der Postbank in Bonn-Endenich gesprengt. Die Täter beschädigten den Automaten stark und konnten mit einer Beute in nicht bekanntem Umfang entkommen.

Ralf Palm, Pressesprecher der Postbank, bedauert den Vorfall. „Wir haben allerdings schon sehr moderne Sicherheitsvorkehrungen getroffen.“ Dazu gehöre unter anderem ein System, das im Falle einer Sprengung, einer Gasattacke oder eines Abtransports eines Automaten, die Geldkassetten über Sensoren mit roter Farbe besprühen und damit unbrauchbar machen. „Das hat sich bisher bewährt“, sagt Palm mit Blick auf die bundesweit 2300 Postbank-Automaten. Zudem sei man ständig mit den Herstellern von Automaten in Kontakt.

Auch Experten der Sparkasse Köln/Bonn führen regelmäßig Gespräche mit Automatenherstellern, um die Sicherheit weiter zu erhöhen und den gewaltsamen Zugang zu den Bargeldbeständen zu erschweren. „Im Dezember 2015 waren bei zwei Gewaltattacken auf unsere Geldautomaten die Versuche jeweils fehlgeschlagen“, sagt Pressesprecher Christian Schilling. Die Sparkasse hatte die Sprengung von zwei Geldautomaten im November in der Filiale Bonn-Heiderhof zum Anlass genommen, ihre Sicherheitsmaßnahmen zu erhöhen. Seit Anfang des Jahres schließen die Foyers aller Filialen von Mitternacht bis 5 Uhr morgens. Die Sparkasse Köln/Bonn orientiert sich dabei an den Empfehlungen des Landeskriminalamtes.

Verständnis für nächtliche Schließungen

Die Volksbank Bonn/Rhein-Sieg setzt seit vergangenem Herbst ebenfalls auf die Schließung der Foyers wischen 0 und 5 Uhr. „Unsere Maßnahme der nächtlichen Schließung fruchtet“, sagt Pressesprecher Wilhelm Wester. Einige wenige Kunden kritisierten das zwar, aber die meisten zeigten dafür Verständnis. Bisher habe es in den Foyers keinen Vorfall gegeben. Die Outdoor-Automaten (Cash-Points) in Röttgen, am Venusberg und an der Endenicher Straße in Bonn sind da schon gefährdeter. Allerdings seien diese so gut gepanzert, dass auch bei Sprengversuchen, kaum Beute zu machen sei, betont Wester.

Die Kreissparkasse Köln (KSK) lässt ihre Foyers mit unmittelbarer Anbindung an die Polizei 24 Stunden überwachen und setzt mittlerweile fast ausschließlich auf die Hinterlader-Automaten, die nur von der Rückseite zu öffnen sind. Für Christoph Hellmann von der KSK sind Sprengungen von Geldautomaten „eine extrem gefährliche Tat, wobei die Täter bewusst in Kauf nehmen, dass auch Menschen verletzt werden können.“ Aktuell seien deshalb weitere Maßnahmen zur Gefährdungsminimierung in der Umsetzung, kündigt der Pressesprecher an.

Die Kölner Bank setzt auf „ein Potpourri an Maßnahmen“, wie Michael Schiefer von der Unternehmenskommunikation mitteilt. Dazu gehöre unter anderem auch die Investition in die in Automaten eingebauten Farbpatronen. „Das schreckt viele Täter ab, wenn sie wissen, dass sie mit der Beute nichts anfangen können“, findet Schiefer. Bisher sei seine Bank zum Glück von einer Sprengung verschont geblieben. „Ganz verhindern können wir das sicherlich nicht, aber wir müssen zur Sicherheit unserer Kunden, die Wahrscheinlichkeit einer Sprengattacke oder eines anderen Angriffs verringern. Andere Banken, wie die Commerzbank, erhöhen ebenfalls die Sicherheit an besonders gefährdeten Standorten, um Schäden zu verhindern, machen aus Sicherheitsgründen jedoch keine genaueren Angaben.

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