Wasserstoff-Elektrolyse in Wesseling: Shell investiert Millionen in die Energiewende

Wasserstoff-Elektrolyse in Wesseling : Shell investiert Millionen in die Energiewende

In der Shell-Raffinerie Rheinland in Wesseling werden 20 Millionen Euro investiert. Dort soll das weltweit größte Projekt zur Wasserstoff-Elektrolyse entstehen. Auch die EU unterstützt das Vorhaben.

In der Shell-Raffinerie Rheinland beginnt die Planungsphase für den Bau der weltweit größten Wasserstoff-Elektrolyse nach dem Polymer-Elektrolyt-Membran-Verfahren (PEM). Shell und ITM Power bereiten am Standort Wesseling das Projekt vor, das 2020 in Betrieb gehen soll.

Am Donnerstag gaben die Projektpartner den Startschuss dafür. Die Gesamtinvestition beträgt 20 Millionen Euro. Davon kommen zehn Millionen Euro an Fördermitteln von der Europäischen Union.

Wasserstoff wird unter anderem für Brennstoffzellen-Fahrzeuge und industrielle Anwendungen verstärkt gebraucht. „Die neue Anlage ermöglicht es, Wasserstoff aus Strom statt aus Erdgas zu gewinnen“, erklärte Lori Ryerkerk, leitender Manager bei Shell Manufactoring. Die Elektrolyse soll eine Kapazität von zehn Megawatt haben. Wenn der Strom für den Wasserstoff aus erneuerbaren Energien gewonnen werde, trage er dazu bei, die Emissionen des Straßenverkehrs zu reduzieren.

Arbeitsplätze langfristig erhalten

„Mit diesem Projekt wollen wir dazu beitragen, die Zukunft der Raffinerie zu sichern“, sagte Thomas Zengerly, Direktor der Rheinland-Raffinerie Shell. Durch den Trend zu erneuerbaren Energien gehe es darum, die Zahl an Arbeitsplätzen in der Raffinerie langfristig zu erhalten. Deshalb würden für die Elektrolyse nur in der Bauphase zusätzliche Stellen geschaffen. Derzeit arbeiten in der Raffinerie Rheinland, die Standorte in Wesseling und Godorf hat, 1450 Shell-Mitarbeiter und rund 1450 Mitarbeiter von Fremdfirmen.

Zunächst gehe es jetzt darum, die PEM-Technologie in größerem Maßstab zu erproben. Bei Erfolg könne das Projekt, das zunächst nur die Größe von zwei bis drei Containern hat, erweitert werden. „Wir können dann auch Wasserstoff an Kunden außerhalb der Raffinerie liefern“, so Zengerly. Im ersten Schritt soll der gewonnene Wasserstoff für die Entschwefelung konventioneller Kraftstoffe, die in der Raffinerie hergestellt werden, eingesetzt werden. Derzeit benötige die Rheinland-Raffinerie rund 180 000 Tonnen jährlich, der vor allem aus Erdgas gewonnen werde. Die neue Anlage kann 1300 Tonnen Wasserstoff im Jahr produzieren.

Die neue Anlage könne dazu beitragen, das Stromnetz zu stabilisieren, sagte Zengerly. Denn durch den steigenden Anteil an erneuerbaren Energien komme es an windreichen Tagen zu einem großen Stromüberschuss, der nicht gespeichert werden könne.

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