Ausbildung im Siebengebirge: "Sehr viele gute Bewerber"

Ausbildung im Siebengebirge : "Sehr viele gute Bewerber"

Anfang September waren in Nordrhein-Westfalen noch immer mehr als 25.000 junge Leute auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Nur 16 700 Stellen waren zu diesem Zeitpunkt noch unbesetzt, teilten die Statistiker damals mit. Dass es diesmal so eng sei, habe vor allem mit dem "doppelten" Abiturjahrgang zu tun.

Trotzdem gibt es freie Stellen, denn nicht alle Berufe sind gleich beliebt. Und manchmal entsprechen die Bewerber auch nicht so ganz den Vorstellungen des Arbeitgebers. Das ist auch bei den Städten Bad Honnef und Königswinter nicht anders.

In Honnef hat dieses Jahr eine Auszubildende zur Verwaltungsfachangestellten ihre Ausbildung abgeschlossen und wurde übernommen, "weitere Auszubildende haben wir im Verwaltungsbereich nicht", so die Stadt. Allerdings gibt es beim Abwasserwerk einen weiteren Azubi.

Und vor zwei Wochen haben zudem drei junge Menschen ihre Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten begonnen. In der Königswinterer Verwaltung gibt es zwei Azubis - ein Stadtsekretärsanwärter und ein Azubi "zur Fachkraft Abwassertechnik, zwei weitere Azubis konnten im Sommer ihre Ausbildung abschließen. Zudem haben zum 1. September drei Bewerber ihre Ausbildung für den gehobenen nichttechnischen Verwaltungsdienst begonnen.

Über mangelnde Bewerber in diesem Bereich können sich die Städte nicht beschweren. Und auch nicht über die Qualität. "Für den gehobenen Dienst haben wir sehr viele und sehr gute Bewerber", so Brigitte Half, Leiterin des Geschäftsbereichs Personal bei der Stadt Königswinter. Insgesamt aber sei die Gruppe der Bewerber heterogen.

Und auch Honnefs Bürgermeisterin Wally Feiden sieht die Kritik, die heutigen Auszubildenden würden über unzureichende Vorkenntnisse oder Noten verfügen, sehr differenziert: "Dass der Nachwuchs um vieles dümmer ist als die eigene Generation, wurde schon in der Antike beklagt. Ich empfehle den Älteren, sich an die Weisheit zu erinnern, dass noch kein Meister vom Himmel gefallen ist. Verwaltungsangestellte müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Aber wir sollten auch den Ungeeigneten Mut machen für eine andere Berufswahl. Mancher sogenannter Schulversager war später sehr erfolgreich im passenden Beruf."

Half rät jungen Menschen, sich genau zu informieren, "denn es gibt Berufe, die in der Öffentlichkeit gar nicht so wahrgenommen werden oder im ersten Moment nicht so spannend wirken." Wie zum Beispiel der Beruf der Fachkraft für Abwassertechnik. "Natürlich hat man da mit Abwasser zu tun", sagt sie. "Aber vor allem geht es um Steuerungstechnik, um Pumpen, es gilt Proben zu entnehmen." Es sei schade, dass beispielsweise diese Ausbildung auf nicht so großes Interesse stoße, "denn es ist ein sehr interessanter Beruf". Interesse an Bio, Chemie, Mathe, Elektronik und der Umwelt sollte man mitbringen, ein guter Hauptschulabschluss ("Ein Realschulabschluss ist natürlich besser") ist ausreichend.

Ausbildungsplätze und Praktika

Die Stadt Königswinter plant derzeit auch für 2014 wieder, jeweils einen Ausbildungsplatz zum Verwaltungsfachangestellten und zum Bachelor of Laws anzubieten sowie einen Ausbildungsplatz zum Straßenwärter und einen zur Fachkraft für Abwassertechnik. Die Ausschreibungen will die Stadt in Kürze auf ihrer Seite im Internet veröffentlichen.

Info: Weitere Informationen gibt es im Internet unter der Adresse www.koenigswinter.de

Groß ist laut der Stadt Bad Honnef die Nachfrage für Schulpraktika. Wenn die Praktikanten gefallen an der Ausbildung finden und man sie für geeignet halten, werden sie zum Eignungstest eingeladen. Darüber hinaus seien auch freiwillige Praktika in den Ferien sehr begehrt.

Wer Fragen zur Ausbildung oder zum Praktikum hat, kann sich wenden an: Personalabteilung der Stadt Bad Honnef, Rathausplatz 1, 53604 Bad Honnef, E-Mail: heike.profitlich@bad-honnef.de.