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Sankt Augustin setzt auf RWE und will Netzgesellschaft gründen

Sankt Augustin setzt auf RWE und will Netzgesellschaft gründen

Die Stadt Sankt Augustin hält neben der Gasversorgung auch in Sachen Strom nicht mehr an dem Ziel einer kommunalen Energieversorgung in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Bonn fest.

Sankt Augustin. Die Stadt Sankt Augustin hält neben der Gasversorgung auch in Sachen Strom nicht mehr an dem Ziel einer kommunalen Energieversorgung in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Bonn fest. Wie bereits mehrfach berichtet, soll die Energieversorgungs-Gesellschaft Sankt Augustin (EVG) mit der Rhenag eine gemeinsame Netzgesellschaft gründen, woran die Rhenag 45 Prozent der Anteile halten soll.

Ein sehr ähnliches Konstrukt strebt Bürgermeister Klaus Schumacher nun auch auch mit den RWE bei der Stromversorgung an. Auch dort ist die Konzession bereits ausgelaufen, und auch dort sollen die Stadtwerke Bonn mit ihre Beteiligungsgellschaft (SWBB) nicht, wie bisher beabsichtigt, zum Zuge kommen.

Vorgesehen ist, dass die RWE Rheinland-Westfalen Netz-Gesellschaft (RWE RWN) die EVG- Strom gründet, worin sie das Stromnetz einbringt. An dieser Gesellschaft soll die EVG 55 Prozent der Anteile zu einem Preis von 7,6 Millionen Euro erwerben. Im Anschluss soll das Netz an die RWE RWN verpachtet werden, die auch die kaufmännische Betriebsführung übernehmen soll.

Die neue Stromnetzgesellschaft schließt mit der Stadt Sankt Augustin einen Wegenutzungsvertrag über 20 Jahre ab, mit einem Sonderkündigungsrecht nach zehn Jahren.

Aus dieser Zusammenarbeit, so haben Experten ausgerechnet, soll für die Stadt ein wirtschaftlicher Vorteil in Höhe von 2,6 Millionen Euro in den kommenden zehn Jahren erwachsen.

Letztes Entscheidungsrecht über den Wirtschaftsplan soll in diesem Modell, das Schumacher dem Hauptausschuss am Mittwoch, 16. Juni, vorlegen will, der RWE-Netzgesellschaft zustehen. Die soll auch die notwendigen Investitionen durchführen in Abstimmung mit der EVG.

Der Vorteil dieses Modells liegt laut Verwaltung darin, dass unter anderem keine Entflechtungskosten anfallen, die auf etwa zwei Millionen Euro beziffert sind. Geld, das mit den SWBB zu zahlen wäre.

Zudem gibt es keinen Zeitverlust. Das Model könnte noch in diesem Jahr umgesetzt werden. Außerdem wird kein Personaltransfer notwendig. Auch von diesem Modell verspricht sich die Verwaltung, die EVG langfristig als Stadtwerke mit Vertriebsaktivitäten aufbauen zu können.