Kommentar zu Vapiano: Risiken der Expansion

Kommentar zu Vapiano : Risiken der Expansion

Vapiano hat mit einem breiteren Angebot versucht, ein Übersättigungsgefühl bei den Kunden zu vermeiden. Dabei ist aus dem Auge geraten, dass die Kunden zum schnellen Essen vorbeikommen. Jetzt müssen die Manager viel Geld in die Hand nehmen, um eine Trendwende zu schaffen, kommentiert Claudia Mahnke.

Moderne Gastronomiekonzepte folgen anderen Gesetzen als das Wirtshaus an der Ecke: Wenn es gelingt, ein Konzept zu etablieren, gibt es durch die Eröffnung vieler Filialen oft schnelles Wachstum. Das haben Ketten vorgemacht, die sich auf Burger oder Pizza spezialisiert haben – so wie Vapiano. Gerne wird die Expansion mittels des Franchiseprinzips vorangetrieben. Dabei wird selbstständigen Franchisenehmern ein Geschäftskonzept gegen Entgelt zur Nutzung überlassen.

Der Höhenflug dieser Ketten birgt immer auch höhere Risiken als bei einem Einzelrestaurant. Über die Expansionspläne werden oft einfache Dinge wie die richtige Standortauswahl vergessen. Das hat vor einigen Jahren der Baguettekette Subway in Deutschland dicke Probleme bereitet. Eine weitere Hürde der Ketten, die sich schnell verbreiten, ist auch ein Übersättigungsgefühl, das bei Kunden eintritt, wenn sie bei einem Stadtbummel auf die dritte Filiale einer Kette stoßen. Banken sind gut zu verstehen, wenn sie bei der Vergabe von Geldern an eine Restaurantkette genau hinsehen.

Vapiano hat mit einem breiteren Angebot versucht, ein Übersättigungsgefühl bei den Kunden zu vermeiden. Dabei ist aus dem Auge geraten, dass die Kunden zum schnellen Essen vorbeikommen. Der Namen der Kette setzt sich zwar aus den italienischen Wörtern „va“ (geht) und „piano“ (langsam) zusammen. Doch lange Warteschlangen schrecken ab. Jetzt müssen die Manager viel Geld in die Hand nehmen, um eine Trendwende zu schaffen.