NVR-Statistik: Regionalzüge im Raum Köln/Bonn immer unpünktlicher

NVR-Statistik : Regionalzüge im Raum Köln/Bonn immer unpünktlicher

Die Pünktlichkeitsstatistik des Zweckverbands Nahverkehr Rheinland (NVR) stellt den Pendlerzügen im Köln/Bonner Raum kein gutes Zeugnis aus. Vor allem auf der linken Rheinseite gab es 2018 erhebliche Probleme.

Die Pünktlichkeit der Regionalzüge im Raum Köln/Bonn lässt zu wünschen übrig. 2018 waren die Regionalexpresse, Regionalbahnen und S-Bahnen unzuverlässiger als im Vorjahr. Das geht aus der Pünktlichkeitsstatistik hervor, die der Zweckverband Nahverkehr Rheinland (NVR) am Freitag vorgelegt hat. Im Durchschnitt aller Fahrten kam demnach eine Verspätung von zwei Minuten und 15 Sekunden zustande. Das sind sieben Prozent mehr als 2017, als die Durchschnittsquote bei zwei Minuten und sechs Sekunden gelegen hatte. 2016 waren es eine Minute und 50 Sekunden.

„Hauptursache der Verschlechterungen ist die zunehmende Überlastung des Gesamtnetzes, die sich über Wechselwirkungen weiträumig auswirkt. Ein gutes Beispiel hierfür ist die linke Rheinstrecke südlich von Köln über Bonn nach Remagen, für die der Infrastrukturbetreiber DB Netz AG bereits 2017 eine Überlastung einräumen musste“, heißt es in dem Bericht. Verschärft wurde die Situation noch durch Umleitungen, die durch die Bauarbeiten auf der rechten Rheinseite erforderlich waren. Dort wird die Strecke für die Verlängerung der S-Bahnlinie 13 ausgebaut, deshalb war sie zwischen Beuel und Troisdorf phasenweise voll gesperrt. Der Brand auf der ICE-Strecke Köln-Frankfurt im Herbst tat sein Übriges: Wegen der wochenlangen Sperrung musste der Fernverkehr durch das Rheintal umgeleitet werden.

Regionalbahn 26 mit traurigem Spitzenplatz

All das sorgte 2018 besonders auf der linken Rheinseite für schlechte Pünktlichkeitswerte. Bei den Regionalbahnen des NVR-Gebiets belegte die Regionalbahn 26 (Mittelrheinbahn von Köln nach Mainz) einen Spitzenplatz. Im Durchschnitt kam sie drei Minuten und 58 Sekunden zu spät – eine Verschlechterung um zwei Minuten und 36 Sekunden gegenüber dem Vorjahr. Ein ähnlicher Trend lässt sich bei den RB-Linien 30 und 48 erkennen. Die durchschnittliche Verspätung sämtlicher Regionalbahnlinien im NVR-Gebiet lag leicht über zwei Minuten.

Bei den Regionalexpress-Linien ist der RE5 (Koblenz-Emmerich) von den Problemen auf der linken Rheinstrecke betroffen. Zwar verbesserte er sich leicht, hat aber noch eine durchschnittliche Verspätung von fünf Minuten. Der Mittelwert aller RE-Züge lag 2018 bei 3 Minuten und 20 Sekunden.

S-Bahnen teilen sich Trassen mit Regional- und Fernverkehr

Etwas verschlechtert haben sich die S-Bahnlinien 12, 13 und 19, die den rechtsrheinischen Rhein-Sieg-Kreis mit Köln verbinden und seit 2010 einen massiven Anstieg des Fahrgastaufkommens verzeichneten. Ihre durchschnittliche Verspätung lag 2018 nur bei ein bis zwei Minuten, aber die Tendenz steigt seit Jahren. Die S-Bahnen fahren auf eigenen Trassen, müssen sich in Köln die Gleise aber mit Regional- und Fernverkehr teilen. Folge: Züge stehen im Stau. Einzelne Verspätungen können sich wie in einem Dominoeffekt auf das Gesamtnetz auswirken.

Der Eisenbahnknoten Köln gilt als Nadelöhr. Sein Ausbau ist beschlossene Sache. Aber bis die insgesamt 15 Bauvorhaben umgesetzt sind, gehen noch Jahre ins Land. Dazu gehören etwa der Ausbau von Gleistrassen für die S-Bahn auf Kölner Gebiet, die Verlängerung der ICE-Schnellstrecke, Streckenelektrifizierungen, der Bau eines Überholgleises für Güterverkehr sowie der Ausbau der sogenannten Westspange, die für Entlastung sorgen soll. Allein die Westspange soll 1,3 Milliarden Euro kosten.

„Es steht fest, dass langfristig nur der Ausbau der Infrastruktur die anvisierte Steigerung der Pünktlichkeitswerte bringen kann“, sagt NVR-Geschäftsführer Norbert Reinkober. „In der Zwischenzeit muss aber alles dafür getan werden, dass das Niveau nicht noch weiter abfällt.“ Er erwartet von den Eisenbahnunternehmen – sie fahren im Auftrag des NVR – und der DB Netz „kurzfristige Lösungen, um Verspätungen zu vermeiden“.

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