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Raiffeisenbank Grafschaft-Wachtberg zieht positive Bilanz für 2010

Raiffeisenbank Grafschaft-Wachtberg zieht positive Bilanz für 2010

In allen Belangen positiv war die Geschäftsentwicklung der Raiffeisenbank Grafschaft-Wachtberg eG im Geschäftsjahr 2010. Das berichtete Vorstandsvorsitzender Ernst Bugl.

Grafschaft. In allen Belangen positiv war die Geschäftsentwicklung der Raiffeisenbank Grafschaft-Wachtberg eG im Geschäftsjahr 2010. Das berichtete Vorstandsvorsitzender Ernst Bugl am Donnerstag bei der Bilanzpressekonferenz im Raiffeisen-Zentrum Gelsdorf.

So stieg die Bilanzsumme um 9,7 Prozent von 181 auf 199 Millionen Euro und bewegte sich dabei mit einer Steigerungsrate nach oben, die man schon seit mehr als zehn Jahren nicht mehr erlebt habe, freute sich der Bankchef. Über den Gewinn wollte sich der Vorstand nicht äußern.

Das Gesamtvolumen der mit den Kunden getätigten Geschäfte stieg um immerhin fünf Prozent von 440 auf 462 Millionen Euro. Etwas verhaltener fiel das Wachstum bei den Kreditvergaben aus mit einer Steigerung um 2,3 Prozent auf 206 Millionen Euro. Vor allem die geringere Investitionsbereitschaft der gewerblichen Unternehmen hätte dazu beigetragen, so Bugl.

Eine "Kreditklemme" sei jedoch weiterhin nirgends in Sicht. "Allen vertretbaren Kreditwünschen wurde entsprochen. Damit ist die Raiffeisenbank auch ihrer Verantwortung als Finanzier der heimischen Wirtschaft, des Mittelstandes und der Landwirtschaft gerecht geworden."

Die gesamten Kundeneinlagen stiegen von 240 auf 257 Millionen Euro, ein Plus von 7,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dabei nahmen allein die bilanziellen Kundeneinlagen um stolze zwölf Prozent auf 158 Millionen Euro zu. "Wir haben das Vertrauen unserer Kunden und Mitglieder erneut errungen und unterscheiden uns mit hervorragenden Finanzprodukten von manchen windigen Versprechen einiger Wettbewerber", begründete Bugl diesen Erfolg.

Im vergangenen Jahr habe das Kreditinstitut seine Eröffnung- und Beratungszeiten ausgeweitet, was deutliche Erfolge gebracht habe. "Unsere Kundenberater haben Kompetenz und Flexibilität, beraten ganzheitlich und pflegen einen engen Kontakt zum Kunden", beschrieb der Vorstandsvorsitzende die Servicephilosophie seines Hauses.

59 Mitarbeiter, davon drei Auszubildende und acht Teilzeitkräfte, stünden für diesen Erfolg. Online-Banking und Selbstbedienung werde zwar immer häufiger genutzt, doch für persönliche Beratungen sei nach wie vor ein vertrauter Berater unverzichtbar. Daher sieht Bugl das Institut mit acht Geschäftsstellen, einer Automatenstelle und insgesamt zehn Geldautomaten, davon auch drei mit Einzahlfunktion, sehr kundennah im ländlichen Geschäftsgebiet aufgestellt.

"Wir haben das dichteste Geschäftsstellennetz in unserer Region", rechnete er vor. Das Zinsniveau habe 2010 ähnlich niedrig gelegen wie im Jahr zuvor und habe eine gute Entwicklung der Ertragslage mit gestiegenen Zins- und Provisionsüberschüssen bei leicht gesunkenen Kosten ermöglicht.

Die neu gewählte Vertreterversammlung werde am 3. Mai um 19 Uhr in Berkum über die Gewinnverwendung beschließen. Der Vorstand will eine Dividende auf Vorjahresniveau von fünf Prozent für die derzeit 7 219 Mitglieder der Genossenschaft vorschlagen. Ein Großteil des Gewinns soll jedoch in die Rücklage fließen, um für die Verschärfung der Eigenkapital-Richtlinien bis 2019 im Zuge von Basel III gerüstet zu sein.

Bugl sieht das allerdings als "übertriebene Regulierungsinitiative aus einem kurzsichtigen politischen Reflex heraus" an. Dabei werde nämlich ausgeblendet, dass die Volks- und Raiffeisenbanken in der Bundesrepublik die Finanzmarktkrise nicht verursacht und auch keinerlei staatliche Hilfen in Anspruch genommen hätten.

"Hier wird alles über einen Kamm geschoren, ob weltweit agierende Großbank oder regionales Genossenschaftsinstitut." Das seit mehr als 160 Jahren erfolgreiche genossenschaftliche Modell sei anscheinend auf EU-Ebene nicht vorgesehen und wenig bekannt.