Kommentar zur Telekom: Potenzial Zukunft

Kommentar zur Telekom : Potenzial Zukunft

Die Telekom überrascht mit einem Gewinneinbruch. Unternehmenschef Höttges zeigt sich dennoch optimistisch und will auch in Deutschland stärker wachsen. Er hat allen Grund zu Zuversicht.

Die Telekom-Schlagzeilen des gestrigen Tages geben nicht ganz wieder, wie es um das Unternehmen steht. Massive Wertberichtigungen wie die in Großbritannien verhageln zwar optisch die Performance, finden aber derzeit nur auf dem Papier statt – und sollten nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sonst ganz gut läuft bei den Bonnern. Dazu gehören das boomende US-Geschäft, aber auch positive Effekte in Deutschland und Europa, wo Umsätze und Margen in den letzten Jahren eigentlich nur den Rückwärtsgang kannten.

Noch wichtiger aber ist, dass die sich abzeichnende rasante Entwicklung in der Digitalisierung auch eine Jahrhundert-Perspektive für die Telekom bereithält. Auf der Mobilfunkmesse in Barcelona präsentierte sich der Bonner Konzern in dieser Woche als großer Vordenker der 5G-Welt. Die neue Mobilfunkgeneration – derzeit noch eine Großbaustelle – löst eines Tages den LTE-Standard ab und wird die technologische Plattform für eine dann in alle Winkel vernetzte Gesellschaft.

Noch kann selbst eine Telekom nur erahnen, welche Möglichkeiten diese neue Welt bietet. Aber 5G – verbunden mit dem Glasfaserausbau – kommen als nächste Meilensteine der Digitalisierung daher. Und die mögliche Rolle der Telekom als das Unternehmen, was die Vernetzung von Häusern, Fabriken oder selbstfahrenden Autos darstellt, weckt fast grenzenlose Wachstumsfantasien. Noch ist zwar nicht ausgemacht, wie der große Gewinnkuchen der Digitalisierung verteilt wird. Aber die Bonner erwecken den begründeten Eindruck, dass alle Innovationsmotoren in diese Richtung laufen. Alles andere wäre fahrlässig.

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