Paketgeschäft für Deutsche Post wieder gewinnträchtiger

Quartalsbilanz : Paketgeschäft für Deutsche Post wieder gewinnträchtiger

Die Deutsche Post DHL Group legt im dritten Quartal beim Umsatz um 4,7 Prozent zu. Das Weihnachtsgeschäft bietet Herausforderungen.

Der Onlinehandel wächst ungebrochen, und die Deutsche Post DHL Group profitiert davon in starkem Umfang. Allein im dritten Quartal legte die Sparte Post & Paket Deutschland beim Umsatz um 5,5 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro zu.

Dabei steht die wichtigste Zeit des Jahr noch bevor. Im Weihnachtsgeschäft erwartet die Post als Marktführer in der Paketzustellung in Deutschland einen Mengenanstieg um sechs bis acht Prozent im Dezember. An den Tagen direkt vor Heiligabend wird der Bonner Konzern pro Tag mehr als elf Millionen Pakete zustellen. Im Jahresschnitt liegt der Tageswert bei nur fünf Millionen.

„Wir fühlen uns gut auf das Weihnachtsgeschäft vorbereitet“, sagte Finanzvorständin Melanie Kreis am Dienstag bei der Vorlage der Quartalszahlen. Aushilfskräfte und zusätzliche Fahrzeuge sollen helfen, den Ansturm zu bewältigen. Das Weihnachtsgeschäft ist für die Post an den Feiertagen noch längst nicht vorbei: Bis weit in den Januar hinein verzeichnet das Unternehmen durch Rücksendungen deutlich erhöhte Paketmengen.

Nach einem guten ersten Halbjahr hat die Post im dritten Quartal den Wachstumskurs auch konzernweit fortgesetzt. Von Juli bis September steigerte der Konzern seinen Umsatz um 4,7 Prozent auf 15,6 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis (EBIT) des Konzerns verbesserte sich von 376 auf 942 Millionen Euro, wobei das Vorjahresergebnis durch Sanierungsmaßnahmen bei Post & Paket Deutschland in Höhe von 392 Millionen Euro belastet wurde. Zur positiven Umsatz- und Ergebnisentwicklung des Konzerns hätten alle fünf Divisionen des Konzerns beigetragen, sagte Kreis.

Nachdem Post & Paket Deutschland im vergangenen Jahr mit Problemen zu kämpfen hatte, ist die Lage jetzt besser. Preiserhöhungen wirken sich aus. „Der durchschnittliche Umsatz pro Paket steigt“, sagte Kreis. Bei anhaltendem Mengenwachstum steigerte der Bereich Paket Deutschland seinen Umsatz im dritten Quartal um 9,9 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro, während das Sendungsvolumen gerade einmal um 6,1 Prozent nach oben ging. Der Umsatz im Bereich Post verbesserte sich aufgrund der Portoerhöhung zum 1. Juli um 3,1 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro, während die Briefmengen leicht sanken.

Die Anleger reagierten positiv auf die vorgelegten Zahlen. Der Aktienkurs der Post legte am späten Vormittag um mehr als vier Prozent zu und schloss den Handel mit einem Plus von 3,82 Prozent auf 34,01 Euro.

Der Unternehmensbereich Express habe sich im dritten Quartal positiv entwickelt, so Kreis. Der Umsatz kletterte um 8,7 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro. Durch das anhaltende Volumenwachstum in Verbindung mit einem strikten Ertragsmanagement sei das operative Ergebnis im dritten Quartal um 11,0 Prozent auf 454 Millionen Euro gestiegen. „Mit der Ungewissheit beim Brexit sowie den nach wie vor ungelösten Handelskonflikten hält die globale Unsicherheit an“, sagte Kreis. Davon könne sich die Post nicht vollständig abkoppeln. So legte der Unternehmensbereich Global Forwarding, Freight beim Umsatz im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 0,9 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro steigern. Der Weltmarkt für Luftfracht habe sich schwach entwickelt und auch die Seefracht und das Geschäft mit Transporten an Land haben im dritten Quartal an Dynamik verloren. Der Konzern sei aber breit aufgestellt und könne die Schwäche kompensieren, so Kreis.

Im kommenden Jahr wolle der Konzern einen operativen Ertrag von mehr als fünf Milliarden Euro einfahren, 2022 sollen es dann mehr als 5,3 Milliarden Euro sein, bestätigte Kreis die früheren Prognosen.

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