Oberkasseler Global-Finanz rechnet mit Wachstum

Oberkasseler Global-Finanz rechnet mit Wachstum

Rentendebatte bringt Umsatzplus - Börsengang vorerst nicht geplant

Bonn. Unsicherheit über die Rente, Konsumverzicht, wachsende Sparquoten - was der Wirtschaft in der Regel die Geschäfte verdirbt, beschert der Oberkasseler Global-Finanz AG stetige Zuwächse. Der Finanzvertrieb rechnet nach einer Umsatzsteigerung im abgelaufenen Geschäftsjahr (bis Juni 2004) auch für 2004/2005 mit 15 Prozent Plus. "Der Beratungsbedarf ist immens groß", sagt Unternehmensgründer und Vorstand Rudolf J. Schmitz.

Das 25 Jahre alte Unternehmen berät als Finanzvertrieb hauptsächlich Privatkunden zur Vermögensplanung. Gewinne erzielt die Aktiengesellschaft über Provisionen aus der Vermittlung von Geldanlagen (etwa Versicherungen, Fonds oder Immobilien) und Finanzierungen. Neben den 36 Mitarbeitern in der Oberkasseler Zentrale beschäftigt Global-Finanz nach eigenen Angaben bundesweit rund 300 Vermögensberater als freie Handelsvertreter.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2003/2004 hat die Global-Finanz rund 23 Millionen Euro an Provisionsumsätzen erwirtschaftet (Vorjahr: 18,4 Millionen Euro). Das Geschäftsvolumen der vermittelten Geldanlagen lag in diesem Jahr nach Unternehmensangaben bei etwa 600 Millionen Euro. Der Bilanzgewinn der Global-Finanz lag in diesem Zeitraum bei 1,3 Millionen Euro.

"Wir wollen stetig, aber nicht zu schnell wachsen", sagt Hauptanteilseigner Schmitz. Trotz der Umwandlung in eine Aktiengesellschaft 1999 sei ein Börsengang "zumindest in den kommenden fünf Jahren" nicht geplant. Neben Schmitz sind unter anderem die Versicherer AMB Generali, Universa und WWK zu je acht Prozent an dem Oberkasseler Vertrieb beteiligt. Auch die Mitarbeiter halten Anteile am Unternehmen.

Sie sollen sich durch gründliche Ausbildung von anderen Anbietern der Branche absetzen, in der sich "auch schwarze Schafe" tummeln, wie Global-Finanz-Chef Schmitz einräumt.

Einige Allfinanz-Vertriebe geraten immer wieder, genau wie Banken oder Versicherungsmakler, die gegen Honorare Geldanlagen vermitteln, in die Kritik von Verbraucherschützern. Sie werfen ihnen vor, nicht nach dem Bedarf der Kunden, sondern nach Höhe der Provision zu vermitteln.

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