Kommentar zum Handwerk: Nur mit Wartezeit

Kommentar zum Handwerk : Nur mit Wartezeit

Die Handwerkskonjunktur in der Region brummt, die Kammer meldet Rekordzahlen. Doch es zeigt sich auch ein zunehmender Fachkräftemangel. Für Betriebe und Kunden ist das unerfreulich.

Wer die Handwerker im Haus hat, kann sich glücklich schätzen. Nicht, weil der üblicherweise eher als unvermeidlich denn als geliebt empfundene Besuch den dazugehörenden Dreck verursacht. Vielmehr nehmen inzwischen die Fälle zu, in denen Handwerker eigentlich kaum noch zu bekommen sind – oder nur mit einer Wartezeit, die neuerdings in Monaten angegeben wird.

Wachstum ja - aber mit wem?

Das liegt zum einen an der Nachfrage. Niedrigen Zinsen, steigende Löhne – die Menschen wären bereit zu investieren. Dazu kommen marode Schulgebäude, der fällige Breitbandausbau oder auch kaputte Autobahnen. Deutschland baut – überall und gleichzeitig. Das allein wäre ausreichend, um die Handwerksbetriebe in der Region auszulasten. Doch es kommt noch schlimmer. Das Handwerk hat seit Jahren Probleme, geeignete Fachkräfte auszubilden und dann auch zu halten. In Zeiten der Hochkonjunktur wird ein massiver Fachkräftemangel zum begrenzenden Faktor. Wachstum ja – aber mit wem?

Preise nach oben

Hohe Nachfrage, knappes Angebot. Für die Preisentwicklung kann es nur eine Richtung geben: nach oben. Es ist deshalb kaum zu glauben, wenn die Handwerkskammer von „moderaten“ Preissteigerungen spricht. Außer Zweifel aber steht, dass Personalengpässe ein großes Problem für Handwerker und Kunden sind – größer noch als mögliche Dieselfahrverbote.

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