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Krankenstand geringer: NRW-Arbeitnehmer dopen häufiger

Krankenstand geringer : NRW-Arbeitnehmer dopen häufiger

Immer mehr Arbeitnehmer "dopen" sich für den Job. Das belegt der aktuelle DAK-Gesundheitsreport 2015. Demnach haben in NRW im vergangenen Jahr rund 223 000 Beschäftigte mindestens zweimal im Monat verschreibungspflichtige Medikamente ohne medizinische Notwendig eingenommen, um am Arbeitsplatz leistungsfähiger zu sein oder Stress abzubauen.

Insgesamt gaben sechs Prozent (546 000) der Beschäftigten in NRW an, wenigstens einmal im Leben gedopt zu haben. Inklusive der Dunkelziffern geht die Krankenkasse sogar von 983 000 Betroffenen aus. Bundesweit beträgt der Anteil 6,7 Prozent.

Besonders häufig (60,6 Prozent) werden die Medikamente gegen Angst, Nervosität und Unruhe eingenommen. Auslöser für den Griff zur Pille sind meist ein hoher Erwartungsdruck sowie Stress und Überlastung. Dabei greifen Männer eher zu leistungssteigernden Mitteln, Frauen nehmen hingegen häufiger Stimmungsaufheller oder Präparate zum Abbau von Ängsten ein.

Doch es sind nicht primär Führungskräfte, die sich pushen. Der DAK-Report zeigt, dass Hirndoping mittlerweile bei ,Otto Normalverbraucher' angekommen ist. Vor allem Erwerbstätige mit einfachen Jobs sind gefährdet. "Auch wenn Doping im Job noch kein Massenphänomen ist, sind diese Ergebnisse ein Alarmsignal", warnt Ingrid Adam von der DAK. Mehr als die Hälfte der Betroffenen hat die Medikamente über seinen Arzt erhalten. Ein Teil (14,1) hat sie sich hingegen von Kollegen und Freunden besorgt, im Netz bestellten 8,5 Prozent.

Allerdings waren 2014 in NRW weniger Arbeitnehmer krank als im Jahr zuvor. Denn laut DAK sank der Krankenstand von 3,9 Prozent im Jahr 2013 auf 3,8 in 2014. Den höchsten Krankenstand in NRW wurde mit 5,3 Prozent in Gelsenkirchen und Bottrop verzeichnet, der niedrigste mit 3,3 Prozent in Köln und Düsseldorf. Direkt dahinter rangieren Bonn und der Rhein-Sieg-Kreis sowie das Bergische Land mit 3,4 Prozent. Landesweit sind psychische Erkrankungen weiter auf dem Vormarsch. Sie waren der zweithäufigste Grund für einen Arbeitsausfall. In Bonn war das mit einem Anteil von 21,6 Prozent allerdings die häufigste Ursache für eine Krankmeldung.