Kooperationen beim Netzausbau: Netcologne steigert den Gewinn

Kooperationen beim Netzausbau : Netcologne steigert den Gewinn

Netcologne will durch Kooperationen in der Region wachsen. Zusätzlich zum Ausbau des eigenen Netzes, der zuletzt im Fokus gestanden hatte, werde das Glasfasernetz jetzt durch Breitbandpartnerschaften mit Kommunen und Energieversorgern erweitert, so das Kölner Unternehmen gestern. Netcologne wolle so den Umsatz steigern oder zumindest halten, so Unternehmenschef Hans Konle.

Laufende Projekte hätten schon jetzt ein Potenzial von knapp 50 000 Haushalten. Aktuelle Ausbaugebiete sind etwa Windeck, Siegburg oder Betzdorf. Projekte in Wesseling, Frechen oder Pulheim wurden gestartet, weitere sollen dazukommen. Dabei gibt es unterschiedliche Arten der Zusammenarbeit. In Windeck errichtet etwa RWE das Glasfasernetz und Netcologne dann die aktive Telekommunikationstechnik.

Auch Kommunen können das Netz errichten, das Netcologne anmietet und betreibt. Und damit sich Investitionen schneller rechnen, stellt Netcologne sein Netz auch Wettbewerbern zur Verfügung und verkauft Vorleistungen. 45.000 Gebäude hat Netcologne inzwischen an das eigene Breitbandnetz angeschlossen, 4000 mehr als im Vorjahr. 77.000 Haushalte nutzen es inzwischen. Dazu kommen Kabelkunden, so dass von insgesamt 381.000 Festnetzkunden 139.000 das Glasfasernetz von Netcologne nutzen. Das sind 16.000 mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig sank die Zahl der Kunden, die über Mietleitungen der Telekom auf den letzten Metern versorgt werden, um rund 9000. "Durch die Investitionen in die Glasfaserinfrastruktur vermeiden wir somit Mietkosten an die Telekom in Höhe von rund 17 Millionen Euro", so Konle.

Das Vorsteuerergebnis stieg im vergangenen Jahr um 2,9 Millionen auf 15,8 Millionen Euro. Gleichzeitig sank der Umsatz wegen des starken Wettbewerbs weiter. Er ging um 3,5 auf 242 Millionen Euro zurück. Dieser Umsatzrückgang soll auch mit den Kooperationen gestoppt werden. 2017 will Netcologne über 420.000 Kundenanschlüsse haben. Über 60 Prozent davon sollen am eigenen Glasfaser- oder Kabelnetz hängen.