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Konkurrenz durch Onlinehandel: Muttergesellschaft von Media Markt Saturn in tiefer Krise

Konkurrenz durch Onlinehandel : Muttergesellschaft von Media Markt Saturn in tiefer Krise

Doppelstrukturen und die Konkurrenz durch Online-Handelsriesen wie Amazon setzen der Muttergesellschaft von Mediamarkt Saturn zu. Ceconomy war erst 2017 vom Metro-Konzern abgespalten worden und in die Unabhängigkeit gestartet.

Die Aktionäre von Ceconomy haben auf ihrer Hauptversammlung in Düsseldorf deutliche Kritik geübt. Anstelle erhoffter goldener Zeiten habe das Unternehmen eine Landung im Tal der Tränen gemacht. „Eine Hiobsbotschaft folgt der anderen“, sagte etwa Jella Benner-Heinacher von der Aktionärsvereinigung DSW. Die Geduld der Aktionäre sei mittlerweile reichlich strapaziert. „Wir wollen auch mal wieder etwas bekommen“, forderte Alexander Elsmann, Vertreter der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK). Hintergrund sind nun zwei Jahre ohne Dividende für die Eigentümer. „Ich möchte Ihnen versichern, dass dies kein Dauerzustand sein soll“, versuchte Konzernchef Bernhard Düttmann die Wogen zu glätten.

„Im Rahmen unseres laufenden Strategieprozesses überprüfen wir unsere Dividendenpolitik“. Die Dividendenpolitik des Mutterkonzerns von Media Markt und Saturn sieht aktuell im Grundsatz eine Ausschüttungsquote von rund 45 bis 55 Prozent des Ergebnisses je Aktie vor. Allerdings ist das aktuell nur ein hoffnungweckendes Zukunftsszenario.

Denn die Muttergesellschaft der Elektronikmärkte Mediamarkt und Saturn steckt seit Längerem in der Krise. Sie kämpft mit hausgemachten Problemen und gegen Konkurrenz im Onlinehandel, allen voran Amazon. Ceconomy war erst 2017 vom Metro-Konzern abgespalten worden und in die Unabhängigkeit gestartet. Seither war der Chefposten mehrfach neu besetzt worden. Zuletzt wechselte Düttmann aus dem Aufsichtsrat erneut an die Spitze des Konzerns und beerbte den glücklosen Jörn Werner. Der Vorstand sei zu „einer Art Taubenschlag verkommen“, sagte einer der Aktionäre. Mehrmals musste das Management zudem in der kurzen Zeit der Eigenständigkeit seine Gewinnprognosen senken. Nun soll ein Spar- und Effizienzprogramm die Wende bringen. Auf der anderen Seite versucht Ceconomy den Spagat zu meistern zwischen den vielen Elektronikmärkten und den zunehmenden Onlinehandel.

Ceconomy will Doppelstrukturen in der Verwaltung abbauen

Im Internet hatten die Elektronikketten vergleichsweise spät reagiert. In der Zwischenzeit haben Online-Händler wie Amazon sich einen Gutteil des Marktes unter den Nagel gerissen. Fernseher, Smartphones, Kaffeemaschinen und Computer sind einfach zu vergleichen und werden mittlerweile zu 40 Prozent im Internet verkauft. Dem hinkt Ceconomy mit 14 Prozent Online-Umsätzen deutlich hinterher. Ceconomy verfolgt nun die Strategie, Online- und stationären Handel in den Märkten zu verbinden. Wer online bestellt, kann sich die Sachen dann also in den Märkten abholen. Ein Vorteil gegenüber reinen Onlinehändlern, so die positive Lesart. Einige Experten sehen das allerdings kritischer. Denn Umfragen haben gezeigt, dass Kunden vor allem deswegen Waren in den Elektronikmärkten abholen, weil sie die Versandkosten als zu hoch betrachten. Zudem kosten die Läden viel Geld. Rund 1000 Filialen von Mediamarkt und Saturn betreibt Ceconomy weltweit, vor allem in Europa. Hierzulande will der Konzern die durchschnittliche Fläche der Märkte von rund 3000 auf 1800 Quadratmeter fast halbieren. Attraktiver sollen die übrigen oder verkleinerten Märkte im Zuge der Neuausrichtung werden.

Zudem will Ceconomy vor allem auch Doppelstrukturen in der Verwaltung abbauen. „Unsere Kostenstrukturen waren nicht konkurrenzfähig“, gab Düttmann zu. Man habe die Lage im vergangenen Jahr aber stabilisiert und die Profitabilität wieder gesteigert. Rund 600 Stellen seien in der Verwaltung im Zuge des Sparprogramms gestrichen worden. Teil des Verwaltungsproblems des Unternehmens ist strukturell bedingt – das hat sich in den vergangenen drei Jahren immer wieder gezeigt. Ende März will Düttmann eine neue Strategie für das Unternehmen vorlegen. Damit solle Ceconomy wieder zurück in die Erfolgsspur kommen, versicherte der Manager.