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Jetzt hat das Unternehmen 20 Mitarbeiter: Mit einem Wickelaufsatz fing alles an

Jetzt hat das Unternehmen 20 Mitarbeiter : Mit einem Wickelaufsatz fing alles an

Jungunternehmerin Anne Weiser verkauft mit ihrer Neunkirchener Firma Puckdaddy Kindermöbel im Internet.

Platz satt und vom Firmengelände aus einen Blick über Wiesen und Äcker: Vielleicht ist es diese ländliche Idylle, die Anne Weisers Weitblick auch fürs Unternehmerische geschärft hat.

Ihr Geschäftsmodell begann vor gerade einmal vier Jahren mit einem Wickelaufsatz für Kommoden. "Die Idee zur eigenen Firma hatte ich, als ich merkte, wie schwierig es ist, vorhandene Möbel fürs Kinderzimmer zu nutzen. Also überlegte ich, einen Wickelaufsatz selbst zu bauen und ihn auf eine vorhandene Kommode eines schwedischen Anbieters zu bauen", erzählt Weiser.

Was mit wenigen Einzelanfertigungen und einem späteren Verkauf über einen der größten Internetmarktplätze begann, hat sich mittlerweile zu einem einträglichen Geschäft entwickelt. Aus der Fleißarbeit in der heimischen Garage entwickelte sich ein kleiner Kindermöbelanbieter mit 20 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von mehr als zwei Millionen Euro.

Weisers Firma trägt einen Namen, der ganz offensichtlich wohl gewählt ist, aber nicht unbedingt sofort verrät, womit die Gründerin und ihre Mitstreiter Geld verdienen. "Puckdaddy ist unsere Wortschöpfung, die uns einfiel, weil mein Mann unseren damals neugeborenen Sohn oft in einem Tuch umhergetragen hat", erklärt die junge Firmengründerin. "Pucken bezeichnet dabei eine spezielle Wickeltechnik."

Dem Wickelthema ist Weiser irgendwie treu geblieben. Wickelaufsätze sind immer noch Umsatzbringer Nummer eins. Beinahe zwei Drittel des Umsatzes erwirtschaftet Puckdaddy mit dem Verkauf von Wickelaufsätzen.

37 verschiedene Modelle hat die Firma im Angebot, gut 300 Produkte sind insgesamt gelistet. Auf einer Fläche von mittlerweile 1800 Quadratmetern lagern Betten, Regale, Wickelbretter und Schaukelpferde, aber auch Stoffe, Decken, Tücher und allerlei andere Accessoires. Die Möbel, die zu Beginn noch im eigenen Betrieb, später von einer Fremdfirma in Osteuropa gefertigt wurden, kommen jetzt aus China.

Lkw holen im Monatsrhythmus Container im niederländischen Rotterdam ab und bringen sie zum Stammsitz in Neunkirchen-Seelscheid. "Ich versuche, alle sechs bis acht Wochen in China zu sein, um im Werk, das für uns produziert, die Qualität der Möbel zu kontrollieren. Nur durch einen engen persönlichen Kontakt kann man Probleme direkt abstellen", sagt die 33-jährige gelernte Immobilienkauffrau.

Den Verkauf wickelt Puckdaddy überwiegend übers Internet ab. Neben einem eigenen Onlineshop ist der Möbelhändler auch auf großen in- und ausländischen Handelsplattformen mit Angeboten präsent.

Während laut Weiser zu Gründungszeiten im Durchschnitt gerade ein paar Dutzend Bestellungen pro Monat eingingen, zählte die Firma im vergangenen Jahr durchschnittlich mehr als 4000. Stolz ist Weiser auf die geringe Umtauschquote ihrer Kundschaft, die sie mit unter einem Prozent angibt.

Sollte dem Kunden trotzdem einmal das Möbel nicht gefallen: "Eine Spedition holt zum Umtausch auch einen sperrigen Schrank wieder ab", sagt Weiser.