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Konjunktur: Mehr Stellen im Handwerk in der Region

Konjunktur : Mehr Stellen im Handwerk in der Region

Die auch für Bonn und den Rhein-Sieg-Kreis zuständige Handwerkskammer zu Köln rechnet mit einer anhaltend positiven Entwicklung.

Beim Handwerk in der Region Köln-Bonn stehen die Ampeln auf Grün. Nach einem erfolgreichen Jahr 2016 rechnet die Handwerkskammer zu Köln, die auch für Bonn und den Rhein-Sieg-Kreis zuständig ist, mit einem weiteren Wachstum im laufenden Jahr.

Der Hauptgeschäftsführer der Kölner Kammer, Ortwin Weltrich, sprach gestern von einer Erfolgsstory: „Bei einer Konjunkturumfrage der Handwerkskammer im vergangenen Herbst stuften 55 Prozent der Unternehmen ihre Geschäftslage als gut ein. Das war der höchste Stand seit Einführung dieser Umfrage vor fast 40 Jahren“, sagte Weltrich. Nachdem die Handwerksbetriebe in der Region ihren Umsatz im vergangenen Jahr nach vorläufigen Schätzungen um 3,5 Prozent auf 17,5 Milliarden Euro steigern konnten, rechnet Weltrich für 2017 mit einem weiteren Wachstum von wenigstens zwei Prozent.

Auch die Zahl der Beschäftigten werde voraussichtlich steigen, sagte der Handwerkskammerchef. Zurzeit beschäftigen die Betriebe im Kammerbezirk (hauptsächlich Bonn, Köln, Leverkusen, und die Kreise Rhein-Erft, Oberberg, Rhein-Sieg und Rheinisch-Bergischer Kreis) rund 190 000 Menschen und sind laut Weltrich damit vor der Industrie größter Arbeitgeber in der Region. Getragen wird der anhaltende Aufschwung vom Bau- und Ausbauhandwerk. Weltrich: „Im Großraum besteht ein starker Nachholbedarf im Wohnungsbau.“

Während sich Umsätze und Beschäftigtenzahl positiv entwickeln, geht die Gesamtzahl der Handwerksbetriebe in der Region zurück – um 0,7 Prozent oder 228 auf 33 408 Betriebe. Vor allem die Zahl der Meisterbetriebe (sogenannte zulassungspflichtige Berufe) sei rückläufig und könne nicht wie in den Vorjahren durch ein Plus bei den zulassungsfreien Handwerken aufgefangen werden, sagte Weltrich. Hinzu komme, dass der Weg in die Selbstständigkeit teilweise an Attraktivität verloren habe. Ende des vergangenen Jahres zählte die Kammer 17 697 Meisterbetriebe, 275 oder 1,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Im Gegensatz dazu stieg die Zahl der zulassungsfreien Handwerksfirmen um 177 auf 9392. „In den vergangenen Jahren war der Zuwachs deutlich höher ausgefallen“, sagte Weltrich.

Als vorrangiges Ziel der Kammerarbeit formulierte Weltrich gestern die Ausbildungsvermittlung. Zwar lag die Gesamtzahl der Ausbildungsverhältnisse am Jahresende 2016 mit 12173 Lehrlingen um 0,9 Prozent niedriger als Ende 2015. Doch die Kammer rechnet mit einer Trendwende, da die zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge um 1,9 Prozent auf 4676 gestiegen sei. Nachholbedarf sieht die Kölner Kammer vor allem bei Lehrlingen mit Abitur und bei jungen Frauen. Weltrich: „Um beide Gruppen müssen wir uns stärker bemühen.“