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Langjähriger Korrespondent des General-Anzeigers verstorben

Langjähriger Korrespondent des General-Anzeigers verstorben

Gerhard Weck wurde 82 Jahre alt - als fachkundig, meinungsfreudig und humorvoll geschätzt

Bonn. Der Mann war ein journalistisches Phänomen, hielt viele Rekorde und hörte 2005 im Alter von 80 Jahren immer noch nicht auf. Gerhard Weck war ein schreibender Einmann-Betrieb und selbstständig im wahrsten Sinne des Wortes. Mit seinem Tod in der Nacht zum Mittwoch verliert der General-Anzeiger einen wirtschaftspolitischen Kommentator, der diese Arbeit über Jahrzehnte hinweg professionell und profund erledigt hat.

"Scheraa", wie seine Freunde den von der Sprache bis zur Küche dem Französischen zuneigenden Wirtschaftskorrespondenten nannten, war viele Jahre zu Zeiten der Bonner Bundesregierung Nestor der zur Bundespressekonferenz gehörenden Wirtschaftsjournalisten. Früher hielt er auch die renommierte "Neue Juristische Wochenschrift" über die Bonner Gesetzesmaschinerie auf dem Laufenden.

Das journalistische Markenzeichen Weck stand für Kompetenz und eine flotte Schreibe, was für einen Juristen so selbstverständlich ja nicht ist. Weck wurde am 13. November 1925 in Frankfurt am Main geboren und studierte nach dem Abitur Rechtswissenschaft. Nach dem Studium profilierte er sich als Wirtschaftskorrespondent und Steuerexperte. Bonner Korrespondent der Monatszeitschrift des Bundes der Steuerzahler war er viele Jahre auch. Gerhard Weck trug das Bundesverdienstkreuz, war aktives Mitglied bei den Rotariern und sammelte Briefmarken und Münzen.

Sein Büro lag im früheren Pressehaus am Tulpenfeld. Ein versierter Journalist, ein fachkundiger Kommentator, ein intimer Kenner wirtschaftspolitischer Zusammenhänge, ein meinungsfreudiger Zeitungsmann, ein stets hilfsbereiter Kollege, auch ein humorvoller Essayist und ein Anhänger gefälliger Gourmetfreuden.

Sein Tod reißt nicht nur für seine zahlreichen Freunde eine nicht zu schließende Lücke. Alle, die ihn kannten und schätzten, verlieren einen unverwechselbaren Freund, den sie vermissen werden. Das stets reklamierte Nichtvergessen ist für sie alle keine Floskel, sondern zukünftige Verpflichtung weit über den Tag hinaus. Adieu Scheraa!