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Das Augenmerk gilt den Langzeitarbeitslosen: Lage auf dem Arbeitsmarkt in der Region verbessert sich

Das Augenmerk gilt den Langzeitarbeitslosen : Lage auf dem Arbeitsmarkt in der Region verbessert sich

Auf dem Arbeitsmarkt der Region hat sich die Lage 2017 deutlich verbessert. Der Weg zur Integration der Flüchtlinge ist aber aufwendig.

So viele Menschen wie noch nie haben in der Region Bonn/Rhein-Sieg einen sozialversicherungspflichtigen Job. Im März gab es mit 326 619 Beschäftigten einen Höchststand. Das waren 1,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Von diesem Wachstum profitierten vor allem höher Qualifizierte und Menschen aus dem Ausland sowie Ältere. Sie fanden viele Stellen im Einzelhandel, Sozialwesen, Maschinenbau, Post- und Kurierdiensten sowie im Tourismus und der Gastronomie.

Nach Auffassung von Arbeitsagentur und Jobcentern hat sich der Arbeitsmarkt in der Region Bonn/Rhein-Sieg insgesamt gut entwickelt. Die Anzahl der Arbeitslosen ist zurückgegangen. Die Arbeitslosenquote sank im Jahresdurchschnitt um 0,3 Prozentpunkte auf 5,7 Prozent.

„Jedem ausbildungsinteressierten Jugendlichen konnten wir ein Angebot machen“, erläuterte Marita Schmickler-Herriger, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bonn/Rhein-Sieg, die gemeinsame Jahresbilanz mit den Jobcentern Bonn und Rhein-Sieg. 5700 Ausbildungsverträge wurden in diesem Jahr neu abgeschlossen. Das waren noch einmal 5,3 Prozent mehr als im Vorjahr, „wo wir uns auch schon in einem guten Rahmen bewegt haben“, so Schmickler-Herriger.

Immer mehr Betriebe würden erkennen, dass sie selbst ausbilden müssen, um den eigenen Nachwuchs zu sichern. Ab kommenden Jahr werde auch in der Region die Zahl der jungen Menschen, die die Schule verlassen, zurückgehen. Sie könnten immer stärker unter freien Stellen wählen. Deshalb gelte für Arbeitgeber: „Man muss die Braut auch schmücken.“

Mehr freie Stellen

Die Zahl der freien Stellen ist in der Region weiter gestiegen. 23 621 freie Stellen waren im Jahresdurchschnitt gemeldet, das waren 15,6 Prozent mehr als 2016. 2018 wollen sich die Arbeitsagentur und die Jobcenter verstärkt um die Qualifizierung von Langzeitarbeitslosen kümmern. Mehr als 10 000 Langzeitarbeitslose gibt es in der Region. Gute Erfahrungen haben Ralf Holtkötter, Geschäftsführer des Jobcenters Rhein-Sieg, und Günter Schmidt-Klag, Geschäftsführer des Jobcenters Bonn, mit einem durch EU-Mittel geförderten Bundesprogramm gemacht. Dabei betreuen Jobcoaches die Menschen bis zu drei Jahre, nachdem sie eine Stelle gefunden haben. Gerade bei Krisen in den ersten Monaten der Beschäftigung sei die Betreuung sehr hilfreich , so Holtkötter.

Immer mehr Flüchtlinge suchen im Anschluss an Sprach- und Qualifikationskursen nach Arbeit. 6944 sind es in der Region. „Nichts läuft ohne Praktikum“, bilanzierte Schmickler-Herriger. 219 Flüchtlinge haben eine Ausbildung begonnen. Doch häufiger würden an den Berufsschulen Sprachprobleme festgestellt, erläuterte Manfred Kusserow, Vizechef des Arbeitsagentur. Für Unterhaltungen reichten die Sprachkenntnisse aus, aber für Fachunterricht nicht. Deshalb werde nach Wegen gesucht, ausbildungsbegleitend die Sprachkenntnisse zu verbessern.

Die Perspektiven für die Region bleiben gut: Bei der Entwicklung der Arbeitslosigkeit für 2018 gehen die Experten von einem ganz leichten Anstieg um 1,5 Prozent aus.