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Berufsfachmesse vocatium: Kontakte knüpfen für Ausbildung und Studium

Berufsfachmesse vocatium : Kontakte knüpfen für Ausbildung und Studium

"Jeder Mensch hat seine Berufung (vocatio)...", so beschreibt Aaron J. Gurjewitsch in seinem Buch "Das Weltbild des mittelalterlichen Menschen". Ein Motto, das sich das Institut für Talententwicklung (IfT) auf die Fahnen geschrieben hat.

Bereits zum 4. Mal veranstaltet das Institut mit rund 60 Zweigstellen in Deutschland, darunter auch eine in Bad Godesberg, die Berufsfachmesse für Ausbildung plus Studium "vocatium Rhein-Sieg" in der Stadthalle.

Für die beiden Messetage erwarten die Veranstalter etwa 2300 gut vorbereitete Schüler von mehr als 50 Schulen aus der Region zu verbindlichen Gesprächsterminen mit etwa 60 Ausstellern.

"Unser Konzept", so Geschäftsführer Roderich Stintzing, "besteht erstens im Angebot einer Berufsorientierung und zweitens in der Möglichkeit für Schüler, sich mit Fremden in einem 20-Minuten-Gespräch über das Thema Beruf zu unterhalten. Das stärkt Kommunikationsverhalten und Selbstbewusstsein."

"Restlos begeistert" ist Berufswahlkoordinator Georg Dahlberg von der Hennefer Gesamtschule, dessen Schüler der zehnten Klasse sich intensiv auf die Messe vorbereitet haben. "Die Schüler fühlen sich hier ernst genommen", sagt er, und: "Man kann sich hier ausprobieren, es handelt sich ja nicht um ein Bewerbungsgespräch."

"Die Schüler freuen sich über die ungezwungene Atmosphäre", meint beispielsweise Linda Fischer von der Personalabteilung der Bonner Firma Kautex Textron. "Ein guter Realschulabschluss plus Ausbildung", sagt sie, "ist besser als ein durchschnittliches Abitur."

Für Klaus Weber vom Bonner Bundesinstitut für Berufsbildung ist die Fachmesse "ein wichtiger Mosaikstein bei der Berufsfindung." Und: "Die Bedeutung dualer Studiengänge nimmt zu", so Weber. Aber er sagt auch: "Der wichtigste Ratgeber sind nach wie vor die Eltern."

"Wir wollen mit unserer vocatium-Messe aufzeigen, was man alles machen kann", berichtet Brigitte Stein-Kaucher vom IfT. "Es ist eine große Kontaktbörse, in denen die Jugendlichen in vorab arrangierten Terminen ihre Interessen und Wünsche mit Berufs- und Studienberatern besprechen. Die Stadthalle wird sozusagen zum außerschulischen Lernort." Im Vorfeld der Messe wurden die Schüler direkt im Unterricht besucht. Auf der Messe selbst haben sie die Möglichkeit, sich anhand des Messehandbuchs für Gespräche mit Unternehmen, Institutionen sowie Fach- und Hochschulen anzumelden.

So zum Beispiel auch bei Jennifer Pütz von der Ausbildungsabteilung der Finanzverwaltung des Landes NRW. "Hier sehen die Jugendlichen, dass es bei uns auch junge Mitarbeiter gibt und nicht nur verstaubte Beamte. Wir kommen immer gerne hierher und konnten auch schon Azubis gewinnen." Auch spontane Besucher können sich am Freitag noch von 8.30 bis 14.45 Uhr umfassend informieren. Eintritt frei.