Kommentar zur Telekom-Bilanz: Klare Bedingungen

Kommentar zur Telekom-Bilanz : Klare Bedingungen

Nicht nur die Telekom hat in der Hand, wann die enormen Summen für den Netzausbau wieder eingenommen sind. Auch die Politik hat dabei großen Einfluss. Es wird Zeit für klare Rahmenbedingungen, kommentiert GA-Redakteurin Claudia Mahnke.

Die Frau von Telekom-Chef Timotheus Höttges ist nicht zu beneiden. Sie hat festgestellt, dass die morgendliche Laune ihres Mannes eng mit dem Aktienkurs verknüpft ist. Und die Aktie der Telekom zählt im Dax seit Monaten zu den großen Verlierern. Der aktuelle Kurs bedeutet den tiefsten Stand seit Januar 2015. In diesem Jahr sind die Papiere im Dax mit einem Verlust von mehr als 13 Prozent der zweitschwächste Wert.

Man kann Investoren verstehen, die derzeit nicht auf Telekommunikationspapiere setzen. Überall sind hohe Investitionen fällig. Der Netzausbau mit Glasfaser verschlingt viele Milliarden. Gleichzeitig liegt es nicht allein in der Hand der Telekom, wie schnell sich die Investitionen amortisieren.

Politik und Regulierung haben hier ein entscheidendes Wort mitzureden. Das gilt auch für die Versteigerung der Lizenzen für die nächste Mobilfunkgeneration 5G, für die die Rahmenbedingungen noch nicht bekannt sind. Aber der Staat wird sich Milliardeneinnahmen nicht entgehen lassen, aus denen dann die weitere Digitalisierung des Landes finanziert werden soll.

Es wird Zeit für klare Rahmenbedingungen. Der von CDU/CSU und SPD ausgehandelte Koalitionsvertrag deutet nur an, wie es in Sachen Digitalisierung weitergehen soll. Das muss jetzt mit Leben ausgefüllt werden.

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