Kerpener prellte offenbar Hunderte Anleger um 1,8 Millionen

Kerpener prellte offenbar Hunderte Anleger um 1,8 Millionen

Auf einen Anlagebetrüger, der mit hohen Renditeversprechen lockte, sind anscheinend mehr als hundert Personen hereingefallen. Jetzt sitzt er wegen Betrugsverdachts in Untersuchungshaft.

Auf einen Anlagebetrüger, der mit hohen Renditeversprechen lockte, sind anscheinend mehr als hundert Personen hereingefallen. Wie die Bonner Staatsanwältin Monika Volkhausen gestern mitteilte, wurde ein 54 Jahre alter Kaufmann aus Kerpen jetzt wegen gewerbsmäßigen Betruges in 240 Fällen angeklagt. Zudem werden dem in Untersuchungshaft sitzenden Mann Insolvenzverschleppung sowie Verstöße gegen die Bilanzierungspflicht und gegen das Bundesdatenschutzgesetz vorgeworfen.

Ab März 2009 soll der inzwischen in Untersuchungshaft sitzende Angeklagte mit Hilfe eines undurchsichtigen Firmengeflechts aus Aktiengesellschaften einen Schaden in Höhe von fast 1,8 Millionen Euro verursacht haben. Eine der Firmen des Mannes war offenbar im Bonner Handelsregister eingetragen. Die Büroräume sollen hingegen in Köln angemietet gewesen sein.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der mutmaßliche Betrüger von einem Insider aus einem Versicherungsunternehmen mit Kundendaten versorgt wurde. 176 Kunden sollen nach der Kontaktaufnahme ihre Lebensversicherungen gekündigt haben. Das ausgezahlte Geld überließen sie anscheinend den Firmen des Angeklagten, damit es in Immobilien, erneuerbare Energien und Angebote aus dem Bereich Wellness und Gesundheit investiert wird.

In Wahrheit soll es sich um ein Schneeballsystem gehandelt haben, das nicht funktionieren konnte. "Es wurde kein operativ gewinnbringendes Geschäft betrieben", so Volkhausen. Von den Kundengeldern soll sich der Kaufmann ein Monatsgehalt in Höhe von 10 000 Euro gezahlt haben.

Zudem sei das Geld für die Mieten der Büroräume und die Bezahlung von Untervermittlern ausgegeben worden. Neben dem 54-Jährigen wurden drei weitere Personen angeklagt - unter anderem die Ehefrau des Mannes, der Beihilfe zum Betrug vorgeworfen wird. Ein 52 Jahre alter Mitangeklagter, der offenbar mit der Akquise neuer Kunden beauftragt war, soll zuvor als Zeitungsbote gearbeitet haben. jeo

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