Neue Pläne im Einzelhandel: Karstadt kooperiert mit Zalando und Amazon

Neue Pläne im Einzelhandel : Karstadt kooperiert mit Zalando und Amazon

Karstadt Kaufhof kooperiert mit Online-Händlern wie Zalando und Amazon. Lagerbestände sollen verknüpft werden. So können Bestellungen übernommen und abgewickelt werden.

Galeria Karstadt Kauf erweitert die Zusammenarbeit mit Amazon. Bald können Amazon-Kunden ihre Pakete in den Servicezentren der Kaufhausfilialen abholen, sagte Kaufhauschef Stephan Fanderl beim eCommerce-Tag am Donnerstag in Köln vor 270 Zuhörern. In diesem Monat starte ein Pilotversuch. Bislang gibt es schon Amazon-Locker in den Kaufhäusern. Und mit Zalando will das Warenhaus den Bestand seiner Lager verknüpfen. So können Bestellungen von Zalando-Kunden übernommen und abgewickelt werden.

Fanderl erwartet von der Kooperation mit Amazon zusätzliches Geschäft. Amazon-Kunden in Kaufhäusern würden dort zusätzliche Einkäufe tätigen. Die Kundschaft erscheint attraktiv. Geben doch onlineaffine Käufer laut Fanderl im Handel deutlich mehr Geld aus als Kunden, die nur stationär einkaufen. Die Warenhausgruppe selbst wachse digital doppelt so schnell wie der Markt, sagte Fanderl weiter. Über die Plattform des Kaufhauses könnten auch andere Händler ihre Waren verkaufen.

Den stationären Handel will Fanderl mit dem Onlinehandel weiter vernetzen. Außerdem soll er digitalisiert werden, sodass hier etwa auch mit dem Handy bezahlt werden kann. „Sprechende Schaufenster“, die Zusatzinformationen zu Produkten geben, seien ebenso denkbar wie digitale Umkleidekabinen, mit denen sich Kunden von Angestellten Hemd oder Hose in der passenden Größe bringen lassen können, wenn das probierte Modell nicht passt.

Zentrale Frage sei aber, wie die Innenstadtlagen zu kapitalisieren seien. Voraussetzung dafür seien attraktive Innenstädte, bei der die Besucherfrequenz erhalten werden müsse. Hier sieht er auch Gastronomie und Kommunen in der Pflicht.

Die Warenhäuser müssten wieder Marktplätze werden und ihre Flächen aufladen. Fanderl denkt auch daran, Flächen, etwa Onlinehändlern für eine Zeit zur Verfügung zu stellen. Die Filialen könnten auch Logistikplattformen werden, von denen der Versandhandel innerhalb weniger Stunden seine Kunden erreichen könne.

Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker sagte, Innenstädte ohne Läden seien für sie nicht vorstellbar. Abgestimmte Konzepte seien nötig. Es gehe um Aufenthaltsqualität und auch um neues Mobilitätsverhalten. Sie verwies auf Urlauber, die in autofreien europäischen Innenstadt kräftig einkauften und sich die Waren nach Hause schicken ließen.

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