Stadthalle in Bad Godesberg: Innung spricht 80 junge Auszubildende los

Stadthalle in Bad Godesberg : Innung spricht 80 junge Auszubildende los

Mit der Urkunde alleine ist es noch nicht getan: Zur Lossprechung gehört für die Auszubildenden der Maler- und Lackierer-Innung Bonn/ Rhein-Sieg auch, dass sie einen Schluck aus dem wertvollen Innungs-Pokal trinken.

Erst danach gilt traditionell die Ausbildung als abgeschlossen. Am Freitag begingen insgesamt 80 junge Menschen in der Godesberger Stadthalle dieses Ritual. Darunter waren 70 Maler und zehn Bauten- und Objektbeschichter, die die Winterprüfung 2012/2013 und die Sommerprüfung 2013 bestanden haben.

An den Prüfungen hatten insgesamt 113 Lehrlinge teilgenommen. Unter allen Absolventen waren insgesamt sieben Frauen. Besonders wurden Maurice Wahl aus Bonn und Daniel Unrau aus Lohmar geehrt: Sie hatten bei den Prüfungen als Beste abgeschnitten.

Als Gratulanten waren der Bonner Bürgermeister Helmut Joisten, der stellvertretende Landrat des Rhein-Sieg-Kreises Rolf Bausch und Kreishandwerksmeister Thomas Radermacher gekommen. Joisten lobte, dass sich die jungen Leute für das Handwerk entschieden haben - vielfach Knochenjobs.

Bausch dankte unter anderem den Innungsmitarbeitern, die ihre Arbeit weitgehend ehrenamtlich ausüben. Radermacher lud die Absolventen ein, sich ebenfalls in der Innung ehrenamtlich zu engagieren, etwa in den Prüfungsausschüssen.

Er nutzte die Lossprechung, um klare Worte loszuwerden. Der demografische Wandel führe dazu, dass Deutschland die geringste Jugendquote in Europa habe. "Wir haben einen spürbaren Nachwuchskräftemangel", sagte er. "Der wird sich als Fachkräftemangel erweisen." Außerdem werde die Zahl der neuen Lehrverträge zurückgehen.

Dem müsse die Bildungspolitik entgegensteuern. Radermacher und Bausch plädierten dafür, das "Erfolgsmodell duales Ausbildungssystem", also die parallele Ausbildung in Schule und Betrieb, nicht "ohne Not in Frage zu stellen"

Alle Redner sprachen die Verkehrssituation rund um Bonn an, genauer gesagt die Baustellen, die in den nächsten Jahren den Verkehr in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis beeinflussen werden.

Man brauche Alternativen zur einspurigen Streckenführung auf der Nordbrücke, wie sie 2014 für mehrere Monate ansteht, sagte Thomas Radermacher. Die Arbeitnehmer stünden im Stau, die Arbeitgeber müssten das bezahlen und die Kunden müssten lange warten. Er hoffe, dass da noch vernünftige Lösungen gefunden werden.