Grundstückkauf auf der Grafschaft: Haribo-Hauptverwaltung zieht um

Grundstückkauf auf der Grafschaft : Haribo-Hauptverwaltung zieht um

27 Hektar bieten viel Platz. Die Fläche entspricht etwa 38 Fußballfeldern. Und sie bemisst das Grundstück im Grafschafter "Innovationspark", dessen Kauf der Bonner Gummibärchen-Hersteller Haribo nach der Zustimmung des örtlichen Gemeinderates offiziell bestätigt hat.

Auf den 27 Hektar will Haribo ab der geplanten Eröffnung des neuen Standortes im Jahr 2017 auch seine Zentrale unterbringen. Das bestätigte am Donnerstag ein Firmensprecher. In Bonn-Kessenich blieben lediglich die dortige Fertigung und die für diese Fertigung notwendige Verwaltung. Sprich: Der Weltkonzern Haribo wird künftig nicht mehr von Bonn aus, sondern von der Grafschaft aus gesteuert.

Die Vorbereitungen dafür laufen nach Unternehmensangaben auf Hochtouren. 300 neue Mitarbeiter will Haribo einstellen. Gesucht würden vor allem Mitarbeiter für Produktion und Verpackung, Industriemechaniker und Elektroniker, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Enstehen sollen in dem Industriegebiet mit Anschluss an die Autobahn 61 ein Logistikzentrum mit 100 000 Palettenstellplätzen, Produktionsstraßen und Büroräumen für die Verwaltung auf rund 50 000 Quadratmetern Fläche.

Noch unter der Betriebsführung des mittlerweile verstorbenen Seniorchefs Hans Riegel hatte Haribo den Standort Grafschaft im September 2013 ausgewählt. Das Unternehmen lobte am Donnerstag "die Unterstützung des Vorhabens auf allen Ebenen von Politik und Verwaltung in Rheinland-Pfalz".

Nach der Entscheidung des Bärchen-Herstellers war kritisiert worden, dass Nordrhein-Westfalen dem Konzern offenbar kein gleichwertiges Angebot unterbreiten konnte. Die NRW-Landesregierung hatte die Kritik abgewehrt und auf intensive Gespräche verwiesen.

Haribo verkauft seine Produkte von den Goldbären über Lakritzschnecken bis hin zu Kaubonbons ("Maoam") nahezu weltweit mit nach eigenen Angaben wachsendem Umsatz. Genaue Zahlen veröffentlicht das Unternehmen dazu nicht. Branchenexperten schätzen jedoch, dass die Süßwaren dem 1920 gegründeten Bonner Konzern jedes Jahr rund zwei Milliarden Euro einbringen.

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