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Lange Verfahren in Köln und Bonn: Handwerker mit Baubehörden unzufrieden

Lange Verfahren in Köln und Bonn : Handwerker mit Baubehörden unzufrieden

Das Handwerk in der Region kritisiert die Baubehörden. Besonders Köln und Bonn kommen nicht gut weg. Das zeigt eine Umfrage der Handwerkskammer.

Mit den Baubehörden sind die Handwerker in der Region so gar nicht zufrieden. „Nicht gut“ finden die Arbeit dieser Ämter 47,1 Prozent, wie aus einer Umfrage der Handwerkskammer hervorgeht. Beurteilen sollten die Handwerker in einer aktuellen Umfrage aber auch, wie nutzerfreundlich Straßenverkehrs- oder Planungsamt, ablesbar etwa an den Öffnungszeiten, in ihrer Stadt oder im Kreis sind und wie sich Grund- sowie Gewerbesteuern und Abfallgebühren entwickelt haben.

22 Einzelfragen, die 615 Handwerker aus der Region beantwortet haben, hat die Handwerkskammer gestellt, unter anderem auch zur Verfügbarkeit von Gewerbeflächen. Heraus kam ein Ranking der Standorte. Dabei gab es die schlechtesten Noten für Bonn und Köln. Am besten schnitt der Rhein-Erft-Kreis ab, gefolgt vom Oberbergischen Kreis, dem Rhein-Sieg-Kreis, der Stadt Leverkusen und dem Rheinisch-Bergischen Kreis.

Ortwin Weltrich, der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, führt das gute Abschneiden von Rhein-Erft auch darauf zurück, dass sich dieser Kreis einmal als „mittelstandsfreundliche Verwaltung“ hat zertifizieren lassen. Das Prüfsiegel bekommt, wer etwa unstrittige Rechnungen in 15 Tagen begleicht oder Baugenehmigungen innerhalb von 40 Arbeitstagen erteilt.

Landkreise schneiden besser ab als Städte

Weltrich räumt ein, dass Großstädte nicht unbedingt mit Landkreisen zu vergleichen sind. Die Stadt Leverkusen zeige aber, dass es auch besser gehe als in Köln und Bonn. Hier gab es etwa besonders schlechte Noten für die Baubehörden. Während nur ein knappes Drittel der Handwerker im Rhein-Erft-Kreis die Genehmigungsbehörde am Standort „nicht gut“ findet, sind es in Bonn 52,4 Prozent und in Köln sogar 64,6 Prozent.

„Baugenehmigungsverfahren in der Stadt Köln dauern mit bis zu einem Jahr eindeutig zu lange“, sagte Ortwin Weltrich. Dabei sollte die Behörde doch im Zuge der von Oberbürgermeisterin Henriette Reker angestoßenen Organisationsreform als Erste besser werden, kritisiert Weltrich. Da müsse Reker einen Gang zulegen.

Steuern zahlt wohl niemand gern. 46,9 Prozent fanden die Entwicklung bei den Grundsteuern nicht gut. Am zufriedensten sind Handwerker in Bonn, wo aber auch gut ein Drittel die Entwicklung negativ beurteilte. Bei der Bewertung der Gewerbesteuern kam Bonn auf den zweiten Platz. Und auch mit dem Ordnungsamt, Ansprechpartner für Ausnahmegenehmigungen und Sondernutzungen, sind die Bonner Handwerker vergleichsweise zufrieden. Es erhielt die beste Bewertung in der Region, während das Kölner Ordnungsamt nur den sechsten Platz belegte. Mittlere Werte für die Städte gab es hinsichtlich der Verfügbarkeit von Gewerbeflächen. Hier bekam der Rhein-Sieg-Kreis die schlechtesten Noten, wo Gewerbe für Bonn angesiedelt werden könne.

Zufrieden waren die Handwerker mit der Verkehrsanbindung. Kritisch sehen sie die vielen Staus, die sie 300 Millionen Euro kosten, weil Handwerker nicht zum Kunden kommen.