Kommentar zum Postbank-Verkauf: Hängepartie nutzen

Kommentar zum Postbank-Verkauf : Hängepartie nutzen

Die Postbank muss die Zeit bis zu einer endgültigen Abspaltung von der Deutschen Bank sinnvoll nutzen.

Es ist schon ein ziemliches Hin und Her mit der Postbank. Die Deutsche Bank hat erst 2009 erste Postbank-Aktien übernommen. In den folgenden Jahren wurden die Mitarbeiter darauf getrimmt, Bestandteil eines großen Konzerns zu sein: Konferenzsprache oft Englisch, wichtige Abteilungen wie die IT wurden zusammengelegt, um Kosten zu sparen.

Nach dem Beschluss des Aufsichtsrates der Deutschen Bank aus dem Frühjahr 2015, die Postbank wieder in ein eigenständiges Unternehmen zu überführen, gab es die Rolle rückwärts. Zusammengelegte Geschäfte wurden wieder entflochten.

Call-Center und viele Service-Mitarbeiter wurden zurückgeholt. Das führte bei der Postbank zu einer Kostensteigerung um zwei Prozent.

Doch jetzt kommt es endgültig zu einer undankbaren Hängepartie. Weder gibt es Investoren zu melden, die bei einem Börsengang die Postbank-Papiere zu einem adäquaten Preis übernehmen wollen. Noch stehen andere Institute Schlange, die die Postbank kaufen wollen.

Der Postbank bleibt nur eines: Sie muss die Zeit bis zu einer endgültigen Abspaltung von der Postbank sinnvoll nutzen. Die Bank sammelt schon immer sehr viel mehr Spargeld ein, als sie an Krediten ausreicht.

Das ist in heutigen Zeiten teuer. Kreative Ideen für das Geschäftsmodell wären sinnvoll. Auch das traditionell üppige Filialnetz ist kostet viel. Wege zu einer stärkeren Automatisierung sind schwierig, aber notwendig.

Leidtragende sind die Mitarbeiter, die unter größerer Unsicherheit leiden. Ein Drittel hat zwar Beamtenstatus. Für den Rest gilt der mit den Gewerkschaften ausgehandelte Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen nur bis Juni 2017.