Stadtwerke Bonn: Hängepartie im Streit um Chefposten

Stadtwerke Bonn : Hängepartie im Streit um Chefposten

Die Frage, wer künftig den Stadtwerke-Konzern führt, ist nach wie vor offen. Der SWB-Aufsichtsrat trennte sich am Mittwochmorgen nach einer Sondersitzung ohne Ergebnis. Eine Entscheidung muss allerdings noch vor der Sommerpause fallen.

Es geht vor allem um die Zukunft der drei amtierenden Konzerngeschäftsführer Heinz-Jürgen Reining, Marco Westphal und Frank Preißmann. Ihre Verträge stehen nächstes Jahr zur Verlängerung an; sie haben Anspruch darauf, schon jetzt zu erfahren, wie es mit ihnen beruflich weitergeht.

Nach einem kürzlich mit Mehrheit gefassten Ratsbeschluss soll es künftig allerdings nur noch zwei Chefpositionen bei der Holding geben. Auch sollen Doppelfunktionen ausgeschlossen sein, wie sie etwa Reining ausübt, der gleichzeitig Chef der SWB-Tochter Bus und Bahn ist. Diese beiden Bedingungen sind dem Aufsichtsratsvorsitzendem Klaus Peter Gilles (CDU) zufolge in die Satzung aufgenommen und somit bindend.

Auf Wunsch des Rates sollen die Positionen ausgeschrieben werden, doch dafür gibt es anscheinend noch keine Mehrheit im paritätisch mit Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern besetzten zwölfköpfigen Aufsichtsrat. Da Westphal als Arbeitsdirektor quasi schon als gesetzt gilt, geht es konkret um Reining und Preißmann.

Gilles macht keinen Hehl aus seiner Meinung, dass an die Spitze des Konzerns angesichts der künftigen Herausforderungen ein neuer Kopf, ein ausgewiesener Finanzmann gehört. Es sei den Amtsinhabern aber unbenommen, sich zu bewerben. "Wir wollen die Bestenauslese."

Hinter den Kulissen heißt es jedoch, Reining wolle die Nummer 1 bei den SWB werden und habe dafür auch eine Mehrheit im Aufsichtsrat hinter sich, darunter seien auch Ratsherr Werner Esser (SPD) und OB Jürgen Nimptsch (SPD). Der wollte sich am Mittwoch nicht äußern. Nur so viel: "Ich kenne es so, dass sich die Sprecher der Arbeitnehmervertreter und der Arbeitgebervertreter ins Kämmerlein begeben und dann mit einem gemeinsamen Vorschlag herauskommen", sagte er.

Mehr von GA BONN