Bonn und Region: Gutes Wetter lockt Camper

Bonn und Region : Gutes Wetter lockt Camper

Die Camping-Plätze in Bonn und der Region sind gut besucht. Der Urlaub in Zelt, Wohnwagen oder Wohnmobil wird immer beliebter.

Die Sonne scheint, und das freut auch die Camper in der Region, die ihre freien Tage auf Campingplätzen am Rhein oder an der Ahr verbringen. Die Plätze sind voll.

"Das schlechte Wetter zu Sommerbeginn hat mich kaum gestört. Wenn es länger regnet, vertreiben wir uns die Zeit einfach im Wohnwagen mit Fernsehen oder Lesen", sagt Christian Offermanns, der zusammen mit seiner Frau Marita während der Saison möglichst alle freien Tage auf dem Platz Rheincamping Siebengebirgsblick in Remagen Rolandswerth verbringt. Das Wetter sei ja mittlerweile wieder sehr gut, dementsprechend auch die Stimmung auf dem Platz, sagt Marita Offermanns.

Mitarbeiterin Judith Balas begrüßt in diesem Jahr wieder viele durchreisende Besucher, aber auch die Dauercamper seien mehr geworden. "Die Saison läuft bisher sehr gut. Die Leute nehmen es mit Fassung, wenn das Wetter mal nicht so toll ist und lassen sich deswegen nicht verscheuchen", sagt Balas. Bei sehr gutem Wetter habe es auch viele junge Leute für ein paar Tage auf die Zeltwiese getrieben. Auch die Inhaberin des Campingplatzes und Reisemobilhafens "Am Ahrtor", Petra Schmitt, freut sich über viele Besucher in diesem Jahr. Es kämen wieder viele ausländische Reisende, unter anderem aus Holland, Belgien und sogar Australien an die Ahr.

Viktoria Linden, Besitzerin der Viktoria Station in Kreuzberg an der Ahr, beherbergt zwar weniger Dauercamper in diesem Jahr, insgesamt sei der Campingplatz aber sehr gut besucht. "Auch für die kommenden Monate sind schon viele Reservierungen eingegangen", sagt Linden. Die ein oder anderen verregneten Tage seien natürlich nicht optimal für ein gutes Camping-Erlebnis, aber die Betreiber bemühen sich, dass die Stimmung auf dem Platz an solchen Tagen nicht komplett untergehe. "Wir lassen die Gastronomie auch mittags geöffnet, damit die Gäste jederzeit etwas essen oder einen Kaffee trinken können", erklärt Linden. Für Sportfans, die die Olympischen Spiele sehen wollten, gab es einen Fernseher.

Urlaub in Zelt, Wohnwagen oder Wohnmobil wird in Deutschland immer beliebter. Im vergangenen Jahr übernachteten hierzulande 24,8 Millionen Gäste auf Campingplätzen. Das waren laut Statistischem Bundesamt 2,3 Prozent mehr als im Vorjahr. 2011 gab es in Nordrhein-Westfalen 1,3 Millionen Übernachtungen auf Campingplätzen des Landes, das waren 4,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Das Bundesland mit den meisten Übernachtungen ist Bayern. Dort übernachteten im Vorjahr 4,3 Millionen Menschen auf Campingplätzen (plus elf Prozent) Den größten Anstieg in Höhe von 14,1 Prozent gab es in Sachsen.

Und wer sind die Campingbegeisterten? "Der Großteil unserer Besucher ist über 50, die sind auch fast alle Dauercamper", sagt Judith Balas. Bei gutem Wetter besuchten aber auch viele jüngere Leute den Platz am Rhein. Die seien aber meist Durchreisende, die nur wenige Tage blieben. Auf der Viktoria Station hingegen ist laut Viktoria Linden der Anteil der jungen Leute nicht so gering. "Das Verhältnis von jungen und älteren Menschen ist bei uns eigentlich relativ ausgeglichen, was ich auch sehr wichtig finde", sagt Linden. Vor allem Familien besuchten gerne den Platz an der Ahr.

Daniela Leipelt, Geschäftsführerin des Bundesverbandes der Campingwirtschaft in Deutschland e.V. (BVCD), ist zuversichtlich, dass auch 2012 viele Leute ihre freien Tage mit Camping verbringen. "Wir rechnen auch in diesem Jahr bei durchschnittlichen Wetterbedingungen mit einem Anstieg von zwei bis drei Prozent bei den Übernachtungen auf deutschen Campingplätzen", sagt Leipelt. In den ersten fünf Monaten dieses Jahres ist die Zahl der Übernachtungen in Nordrhein-Westfalen bereits um 43,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf etwa 430 000 angestiegen. Diese enorme Zunahme ist laut BVCD hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass die langen Wochenenden an Christi Himmelfahrt und Pfingsten in diesem Jahr im Mai lagen und nicht im Juni.

Dass immer mehr Leute im Urlaub in Deutschland campen gehen, liegt laut Leipelt nicht nur daran, dass es verhältnismäßig günstig ist. "Der Trend geht eindeutig zum naturverbundenen Urlaub. Pauschalreisen mit Übernachtung im Hotel sind für viele Menschen einfach nicht mehr interessant." sagt Leipelt. Besonders Leute, die durch ihren Beruf viel unterwegs seien und in Hotels übernachteten, wollten im Urlaub eine Abwechslung und entschieden sich oft für den Aufenthalt auf Campingplätzen in der Natur.

Was Camping kostet

Eine Familie mit zwei Kindern von vier bis 17 Jahren zahlt für eine Woche Zelten mit Stromanschluss auf einem Campingplatz der Region etwa 186 Euro. Im Preis inbegriffen sind sechs Übernachtungen pro Person, Platz für zwei Zelte, ein Stellplatz für ein Auto und Marken zum Duschen und Spülen.

Mehr von GA BONN