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Kommentar zum Handwerk: Gute Perspektiven

Kommentar zum Handwerk : Gute Perspektiven

Für das Handwerk gibt es im großen und ganzen wenig Grund zur Klage. Auch nicht in der Region. Viele Auftragsbücher sind voll, die Umsätze steigen.

Was sich allerdings zusehends zu einem Problem entwickelt, ist die Suche vieler selbstständiger Handwerker nach einem geeigneten Nachfolger. Gut 180 000 Betriebe möchten laut Zentralverband in den kommenden Jahren die Geschicke ihrer Firma in neue Hände geben. Vor allem auf dem Land könnte eine erfolglose Suche früher oder später zu Versorgungsproblemen führen. Daher ist die Idee einer Meisterprämie für Existenzgründer ein richtiges Instrument und ein kleiner Anreiz.

Doch Vorsicht: Nicht jedes Handwerk hat den sprichwörtlichen goldenen Boden. Selbstständige Bäcker und Fleischer etwa kämpfen schon jetzt vielerorts gegen die übermächtige Konkurrenz von Handelsketten und Großbetrieben. An dieser Entwicklung wird sich zum Bedauern vieler Verbraucher wohl nichts ändern. Eine Existenzgründung in diesen Berufen erfordert viel Mut und Fantasie, neue Wege zu gehen.

Insgesamt aber bietet die Handwerkslehre gute Perspektiven und kann auch für Abiturienten eine attraktive Alternative zum Hörsaal sein. Zum Beispiel der triale Studiengang Handwerksmanagement, den die Kölner Kammer anbietet. Die dreigeteilte Ausbildung verknüpft Lehre, Weiterqualifizierung und Studium. Nach viereinhalb Jahren hat der Auszubildende neben Gesellen- und Meisterbrief auch gleich einen Bachelor-Abschluss in der Tasche.