Volksbank Bonn/Rhein-Sieg und Kölner Bank: „Gleich groß und frei von versteckten Belastungen“

Volksbank Bonn/Rhein-Sieg und Kölner Bank : „Gleich groß und frei von versteckten Belastungen“

Die Volksbank Bonn/Rhein-Sieg und die Kölner Bank wollen fusionieren. Das Filialnetz soll erhalten bleiben. Bundesweit gehen Genossenschaftsbanken zusammen, um Belastungen aus der Niedrigzinsphase und neuen gesetzlichen Regeln aufzufangen.

Es soll keine Filialschließungen geben, weil sich die Geschäftsgebiete beider Banken sich nicht überschneiden. Das ist für die Kunden wichtig. Es soll auch keine betriebsbedingten Kündigungen geben – was die Mitarbeiter beruhigt. Trotzdem sind die Vorstandsmitglieder der Volksbank Bonn/Rhein-Sieg und der Kölner Bank fest davon überzeugt, dass eine Fusion ihrer Institute zur „Volksbank Köln Bonn eG“ Kosten senken und Ertragsquellen erschließen wird. Das sei vor dem Hintergrund der Belastungen durch die lange Niedrigzinsphase in Deutschland nötig.

Drei Monate haben die Vorstandsmitglieder Jürgen Pütz, Volker Klein und Stefan Lachnit von der Volksbank Bonn/Rhein-Sieg mit den Kollegen der Kölner Bank, Bruno Hollweger und Klaus Müller, Sondierungsgespräche geführt. Sie haben ein Zukunftsbild für die gemeinsame Bank entworfen und die Eckpunkte der Fusion vereinbart. Die Aufsichtsräte der beiden Genossenschaftsbanken haben jetzt die jeweiligen Vorstände beauftragt, konkrete Fusionsgespräche einzuleiten mit dem festen Ziel, beide Banken in 2017 miteinander zu verschmelzen. Noch ist der Plan von den Vertreterversammlungen nicht abgesegnet. Und nicht immer verlaufen die Banken-Ehen nach Plan. Gelegentlich scheitern die Institute an dem Veto ihrer Mitglieder.

Das Kölner Vorstandsmitglied Bruno Hollweger sagt: „Unsere Institute weisen in vielen Bereichen Parallelen auf.“ Beide seien gleich groß, betriebswirtschaftlich gesund und frei von versteckten Belastungen. Das habe die Verhandlungen erleichtert. Viele Themen seien gelöst. „Im Vergleich zu anderen Beispielen aus der Vergangenheit haben wir eine sehr günstige Ausgangsposition, weil kein Institut das andere dominiert“, sagte Hollweger. Damit spielte er auf die geplatzte Fusion der Kölner Bank mit der VR-Bank Rhein-Sieg ein Jahr zuvor an.

Zwei Hauptsitze geplant

Viele der vorgesehenen Eckpunkte klingen nach salomonischen Lösungen, die beiden Partner helfen, das Gesicht zu wahren: Das fusionierte Institut soll zwei Hauptsitze bekommen; jeweils einen in Bonn und in Köln. Die übernehmende Bank ist die Volksbank Bonn/Rhein-Sieg. Juristischer Sitz soll Bonn sein. Dabei haben der Bank zufolge steuerliche Aspekte den Ausschlag gegeben, denn die Volksbank Bonn/Rhein-Sieg verfügt über mehr Immobilieneigentum als die Kölner Bank, weshalb weniger Grunderwerbssteuer zu zahlen sein wird. Dafür wird Köln Sitz des fünfköpfigen Vorstands sein. Den Vorstandsvorsitz wird der bisherige Bonner Vorstandschef Jürgen Pütz übernehmen.

Allerdings soll der Vorstand nicht nur in seinen Büros in der Domstadt arbeiten: „Ausdruck der regionalen Ausrichtung des neuen Instituts ist, dass alle Vorstandsmitglieder wie bisher in den Teilmärkten in Köln, Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis präsent sein werden.“ Die Vertreterversammlungen werden im Wechsel jeweils in Köln und Bonn tagen. Hollweger bezeichnet das als „Zwei-Gewinner-Modell“.

Mittelfristig soll die Zahl der Mitarbeiter aber schon sinken. Vorgesehen ist, sich ergebende Personalveränderungen zu nutzen: Wenn Mitarbeiter die Bank verlassen oder in den Ruhestand gehen, sollen ihre Stellen nicht neu besetzt werden. Nach Ansicht der Vorstände werden sich durch diese Veränderungen deutliche Einsparungen ergeben, sodass bisher keine betriebsbedingten Kündigungen geplant sind.

Die Vertreterversammlungen entscheiden in getrennten Sitzungen am 29. Mai 2017 in Köln und einen Tag später in Bonn über das Fusionsvorhaben. Wenn sie zustimmen, soll rückwirkend auf den 31. Dezember 2016 fusioniert werden.

Ein gutes Zeugnis stellen die fünf Vorstände ihrem gemeinsamen Markt aus: Sie schätzen die Region als wirtschaftlich attraktiv und mit Blick auf die Zukunft prosperierend ein. Und sie sehen die Region nicht als getrennte Städte: Die Region Köln/Bonn/Rhein-Sieg gehört als „einheitlicher Wirtschaftsraum“ und Zuzugsregion zu den Gewinnern der demografischen Entwicklung und verspreche dauerhaft weiteres Wachstum.

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