Gestiegener Marktanteil: Genossenschaftsbanken in der Region sind zufrieden

Gestiegener Marktanteil : Genossenschaftsbanken in der Region sind zufrieden

Die Volks- und Raiffeisenbank in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis sind mit dem Geschäftsjahr 2018 zufrieden. Allerdings ist wohl ein Fachkräftemangel absehbar.

Die Volks- und Raiffeisenbank in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis sind mit dem Geschäftsjahr 2018 zufrieden. Das Gesamtkundenvolumen der fünf Banken, das aus Einlagen und Krediten der Banken sowie Geschäften der Kunden bei Verbundpartnern wie Union Investment und der Bausparkasse Schwäbisch Hall besteht, stieg um 2,17 Prozent auf 20,1 Milliarden Euro. In der Region Bonn/Rhein-Sieg sind die Raiffeisenbanken Rheinbach-Voreifel und Rosbach, die VR-Banken Bonn und Rhein-Sieg sowie die Volksbank Köln-Bonn aktiv. Zusammen kommen die Banken auf 430.000 Kunden. Ihre Einlagen stiegen binnen Jahresfrist um 3,5 Prozent 7,68 Milliarden Euro. Das Kreditgeschäft legt ebenfalls um 3,5 Prozent auf 6,48 Milliarden Euro zu. Damit sei der Marktanteil der Genossenschaftsbanken in der Region gestiegen.

„Als Genossenschaftsbanken werden wir dann weiter erfolgreich sein, wenn wir Verantwortung für unsere Region und die Menschen, die hier leben, übernehmen“, sagte Jürgen Pütz, Vorstandschef der Volksbank Köln-Bonn. Bei den immer größer werdenden Bankeinheiten müssten sich die Genossenschaftsbanken durch die Nähe zu Kunden und Mitgliedern abheben. Die Zahl der Geschäftsstellen der fünf Banken ging 2018 um neun Standorte auf 111 Filialen zurück. Neu sei, dass nicht mehr alle Geschäftsstellen die gesamte Bandbreite des Bankgeschäftes anböten, so der Vorstandsvorsitzende der VR-Bank Rhein-Sieg, Martin Schilling. Anhand von Marktanalysen werde der jeweilige Kundenbedarf ermittelt.Die Fusionswelle bei den Genossenschaftsbanken geht unverändert weiter. Ende 2018 waren 900 Banken in Deutschland am Markt. Zehn Jahre zuvor waren es noch 1197. In der Region plant die VR-Bank Rhein-Sieg eine Verschmelzung mit der Volksbank Oberberg. Die Fusion werde aber erst 2020 vollzogen, da zuvor erst eine Umstellung bei der elektronischen Datenverarbeitung verkraftet werden solle, so Schilling.

Ältere Mitarbeiter scheiden aus

Die fünf Genossenschaftsbanken beschäftigten Ende vergangenen Jahres 1651 Menschen. Das waren 49 weniger als ein Jahr zuvor.Der Rückgang erkläre sich vor allem durch das Ausscheiden älterer Mitarbeiter, erläuterte Schilling. In Ausbildung befänden sich 134 Mitarbeiter. Die hohe Ausbildungsquote sei wichtig, um eigenen Nachwuchs zu schaffen. Denn es sei absehbar, dass es in einigen Jahren auch bei der Banken zu Fachkräftemangel kommen werde.

Die Ertragslage in den fünf Instituten sei stabil. Dazu trage auch bei, dass es derzeit wenig Ausfälle bei Krediten gebe, so Pütz. Der Zinsüberschuss stieg um 3,38 Prozent auf 186 Millionen Euro. Der Provisionsüberschuss sank um 1,43 Prozent auf 71,15 Millionen Euro. Zur Niedrigszinsphase, die seit Jahren allen Banken zu schaffen macht, kam noch das schlechte Aktienjahr 2018, in dem der Deutsche Aktien-Index 18 Prozent verlor. Vor diesem Hintergrund sei der Rückgang der Wertpapier- und Fondsbestände um 3,3 Prozent auf 3,21 Milliarden Euro als moderat zu bezeichnen, so Pütz.

Fast 213.000 Kunden der fünf Genossenschaftsbanken sind gleichzeitig auch Teilhaber, eine Zunahme um 8531. Sie bekamen auf ihre Einlagen, die in der Regel auf rund 1000 Euro gedeckelt sind, eine Dividende von 5,45 Prozent.

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