Ferdinand Dudenhöffer: "Dann ist das ein Aprilscherz!"

Ferdinand Dudenhöffer: "Dann ist das ein Aprilscherz!"

Der Auto-Experte und Professor für Automobilwirtschaft zum Solarworld-Angebot

Das Übernahme-Angebot von Solarworld für die deutschen Opel-Standorte könnte eine Chance für den Autobauer sein, glaubt der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer. Mit ihm sprach Lutz Warkalla.

General-Anzeiger: Wie beurteilen Sie die Pläne von Solarworld-Chef Frank Asbeck?

Ferdinand Dudenhöffer: Die Frage ist, ob sie umsetzbar sind. Aber nichts ist unmöglich. Grundsätzlich könnte das eine Chance sein.

Seit Jahrzehnten ist General Motors auf der Suche nach dem richtigen Weg. Auch jetzt ist keine klare Strategie erkennbar. Deshalb könnte eine Herauslösung der deutschen Standorte aus dem Konzern durchaus Sinn machen.

GA: Ist die Einschätzung, dass General Motors Interesse am Verkauf hat, realistisch?

Dudenhöffer: General Motors braucht dringend Geld. Fraglich ist natürlich, ob eine Milliarde reichen wird.

GA: Solarworld will das Geschäft mit einer Staatsbürgschaft absichern...

Dudenhöffer: Davon halte ich gar nichts. Der Staat sollte nicht zu große Risiken eingehen. Und das ist ein Risiko.

GA: Hat ein "grüner" europäischer Autokonzern, wie ihn Asbeck anstrebt, überhaupt Zukunftschancen?

Dudenhöffer: Die Idee ist sicher nicht falsch. Sie passt in die Zeit. Aber die Autoindustrie ist konservativ, die Kunden sind konservativ. So ein Umbau erfordert einen Vorlauf von mehreren Jahren. In dieser Zeit muss man sich weiter auf konventionelle Fahrzeuge stützen.

GA: Asbeck erwartet vom Mutterkonzern eine Kompensationszahlung für die deutschen Arbeitsplätze in Höhe von einer Milliarde Euro...

Dudenhöffer: Wenn das stimmt, dann hat sich das ganze Projekt erledigt. Dann ist das nichts als ein Aprilscherz.

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