Kommentar zum Abkommen zu Plastiktüten: Ein wichtiges Zeichen

Kommentar zum Abkommen zu Plastiktüten : Ein wichtiges Zeichen

Ab Juli sollen Plastiktüten in noch mehr Geschäften Geld kosten. Die freiwillige Abmachung haben Bundesregierung und der Handel getroffen. Ein richtiger Schritt. Doch bei bei vermeintlich umweltverträglicheren Alternativen zu Plastik sollte man aufpassen.

Es ist gut, dass vom Juli an Kunden in 260 Unternehmen beim Einkauf für die Plastiktüte zahlen müssen. Viel ist das nicht, und die Gebühr zwischen 5 und 50 Cent rettet auch nicht die Umwelt – was mit dem Geld geschieht, ob es der Umwelt zugutekommt, das bleibt schließlich im Ermessen des Händlers. Wichtiger ist das Zeichen, das damit gesetzt wird. Wenn es damit selbstverständlicher wird, für den Einkauf eine Tüte in die Handtasche oder ins Auto zu legen, dann ist der Umwelt viel mehr geholfen.

Auch wenn der Verbrauch an Plastiktüten in Deutschland nicht so hoch ist wie in anderen europäischen Ländern: 71 Stück pro Bürger pro Jahr sind eindeutig zu viel – zumal darin nicht die vielen ultradünnen Beutel enthalten sind, in denen Obst und Gemüse verpackt werden. Denn viele Plastiktüten werden achtlos weggeworfen, sie verstopfen Kanäle und vermüllen die Ozeane, sie sind biologisch nicht vollständig abbaubar, umweltschädliche Zusatzstoffe werden freigesetzt, die kleinen Teile werden von Tieren gefressen, die dann qualvoll verenden.

Immer eine Tasche mitzuführen sollte also selbstverständlich werden. „Jute statt Plastik“ – diese alte Regel der frühen Ökobewegung gilt dabei aber nicht mehr uneingeschränkt. Weil für die Herstellung von Jute- als auch Stofftüten Material, Ressourcen und Energie eingesetzt werden, für haltbare Papiertüten sogar Chemikalien, schneiden sie in ihrer Ökobilanz schlechter ab als die dickeren Mehrwegtragetaschen aus Kunststoff.