Eckes investiert 15 Millionen Euro in Hennef

Eckes investiert 15 Millionen Euro in Hennef

Der Saft-Hersteller aus Nieder-Olm bei Mainz baut eine neue Abfüllanlage - Kunststoff-Flaschen sollen Glas weitgehend ersetzen - Unternehmensführung will neue Stellen in Bröl schaffen

Hennef. Noch stapeln sich vor den Werkshallen von Eckes-Granini in Hennef-Bröl meterhoch die roten Pfandkästen mit Leergut. Das soll sich im kommenden Jahr ändern. Rund 15 Millionen Euro investiert das Unternehmen an seinem wichtigsten deutschen Abfüllstandort in eine Anlage für Kunststoff -Flaschen (PET). Die Einwegverpackungen sollen die alten Glasflaschen für die Säfte - aus Hennef stammen zum Beispiel die Marken "Granini" und "Hohes C" - ersetzen. Die neue Anlage soll Mitte kommenden Jahres den Betrieb aufnehmen.

Für Eckes bedeutet die Investition eine Stärkung des Standortes Hennef-Bröl. "Wir werden auch neue Mitarbeiter einstellen", kündigte Werkleiter Bernhard Hinken am Mittwoch an. Eine genaue Zahl wollte er nicht nennen. Derzeit arbeiten in der größten deutschen Abfüllanlage des Unternehmens 221 Beschäftigte, darunter 13 Auszubildende in verschiedenen Berufen vom Industriemechaniker bis zur Fachkraft für Fruchtsafttechnik. Eckes ist damit nach eigenen Angaben der größte private Arbeitgeber der Stadt Hennef.

63 Millionen Liter Orangensaft und 15 Millionen Liter Apfelsaft hat das Unternehmen in dem Werk an der Bröltalstraße im vergangenen Jahr unter anderem abgefüllt. Während Orangen und andere Obstsorten aus dem Ausland meist gefroren und püriert oder als Konzentrat die Hennefer Anlage erreichen, stammen die Äpfel vorwiegend aus der Region. "Wir sind der größte Abnehmer in ganz Nordrhein-Westfalen für Äpfel zum Auspressen", sagte Hinken. Zu seinen wichtigsten Lieferanten gehörten die Obstbauern aus dem Anbaugebiet rund um Meckenheim.

Seit 1959 wird in Bröl Obst gekeltert. Der damalige Besitzer, die Firma Kleinhans & Eckertz, füllte als einer der ersten Subunternehmer für Eckes den Orangensaft "Hohes C" ab. 1982 übernahm Eckes-Granini das Werk. Heute arbeiten die Saftpressen in Bröl rund um die Uhr. Rund 80 Lastwagen mit jeweils 21 000 Flaschen verlassen jeden Tag das Werksgelände am Waldrand. Auch Pappkartons in verschiedenen Größen werden in den Werkshallen automatisch gefaltet, desinfiziert, mit Saft befüllt und in Kartons gepackt. "Die meisten Maschinen sind eigens für unsere Zwecke angefertigt", sagte Werkleiter Hinken.

Trotz einer rückläufigen Branchenkonjunktur (minus sieben Prozent) läuft das Saft-Geschäft bei Eckes offenbar: "Die wachsende Nachfrage in diesem Jahr hat uns positiv überrascht", sagte Heribert Gathof, Geschäftsführer der Eckes-Granini Deutschland GmbH. Als Ursache dafür sieht Gathof zum einen die Entscheidung der Bundesregierung, Saft vom Einwegpfand auszunehmen. Zum anderen habe der Konzern mit den PET-Flaschen, die das zweite deutsche Eckes-Werk in Bad Fallingbostel (Niedersachsen) bereits produziert, neue Kunden gewonnen. Mit einem Jahresumsatz von 226 Millionen Euro in Deutschland und 287 Millionen verkauften Litern Saft erreichte das Unternehmen 2004 in etwa das Vorjahresniveau.

Mit den klassischen Glasflaschen will Eckes-Granini künftig nur noch die Gastronomie beliefern. Die Maschinen in Bröl, die durch die neue PET-Anlage ersetzt werden sollen, stehen bereits still. Nur für die riesige Flaschen-Spülmaschine gibt es eine Zukunft: Sie soll in den kommenden Tagen per Laser zerlegt und in Einzelteilen nach Südafrika verschifft werden, wo sie ein Coca-Cola-Abfüller gebrauchen kann.

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