DHL-Umstrukturierung soll in 18 Monaten beendet sein

DHL-Umstrukturierung soll in 18 Monaten beendet sein

US-Geschäft zieht Expressdienst des Bonner Post-Konzerns in die roten Zahlen

Bonn. Großkunden wie den Online-Buchversender Amazon hätte Post-Chef Klaus Zumwinkel gerne mehr. Das US-Unternehmen hat die Post-Tochter DHL Worldwide Express zum bevorzugten Anbieter für Express- und Briefversand gewählt. "Für Amazon haben sich dadurch die Briefkosten um 35 Prozent gesenkt und die Laufzeiten um 50 Prozent verbessert", sagt Zumwinkel.

Zum 1. Januar 2002 hat die Deutsche Post die Mehrheit an DHL Worldwide Express übernommen, nachdem der Anteil im Vorjahr bei 46,39 Prozent lag. Am Jahresende sollen es bereits mehr als 70 Prozent der Anteile sein.

Im US-Geschäft macht der ursprünglich in den USA gegründete Expressdienstleister allerdings Verluste, die dazu geführt haben, dass auch bei der Post das Geschäftsfeld Worldwide Express rote Zahlen schreibt. Jetzt will die Post das US-Unternehmen umstrukturieren.

"Rund anderthalb Jahre werden wir noch dafür brauchen", sagt Post-Chef Klaus Zumwinkel. Während DHL nach eigenen Angaben mit einem Weltmarktanteil von 38 Prozent führend im Luftexpressgeschäft ist, steht das US-Geschäft auf schwachen Füßen: Gerade einmal gut ein Prozent der innerhalb der USA per Express verschickten Waren transportiert DHL.

"UPS und FedEx haben in den letzten Jahren auf dem US-Markt eine zunehmend beherrschende Stellung erreicht", sagt John Fellows, Chief Operating Officer bei DHL. Beide Unternehmen kommen zusammen auf einen Marktanteil von 80 Prozent. 11 256 Beschäftigte hat DHL in den USA.

Da in der Logistikbranche die Renditen stark mit der Firmengröße verbunden seien, hätten die Konkurrenten damit Vorteile gegenüber DHL, so Fellows. Die USA seien der größte Expressmarkt der Welt, deshalb müsse DHL seine Marktpräsenz dort aufrechtzuerhalten versuchen. Denn die Kunden verlangten nach Komplettangeboten.

Zumwinkel plant aber keinen ernsthaften Einstieg in den nationalen US-Markt. Er sieht seine Chancen eher im Expressgeschäft mit Europäischen Kunden: "Wir wollen der UPS von Europa werden."

Mehr von GA BONN