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Der Supermarkt als Geldanlage

Der Supermarkt als Geldanlage

Ein geschlossener Immobilienfonds investiert in Geschäfte in Köln, Düsseldorf und Hamm an der Sieg. Mit diesem Spruch preisen das Emissionshaus Ideenkapital und die Sparkasse Köln Bonn Anlegern einen geschlossenen Immobilienfonds an.

Köln. "Liebling, ich habe unseren Discounter gekauft." Mit diesem Spruch preisen das Emissionshaus Ideenkapital, eine 100 prozentige Tochter des Versicherers Ergo, und die Sparkasse Köln Bonn Anlegern einen geschlossenen Immobilienfonds an.

Im Kölner Norden rund um eines der Fondsobjekte im Stadtteil Worringen werden Werbeflyer in die Briefkästen gesteckt. Erstmals werde ein Immobilienfonds wie Objekte des täglichen Bedarfs beworben, sagte Pressesprecher Joachim Ochs von Ideenkapital.

Und erstmals setze man auf lokale Werbung. Die Idee dazu sei in einer Sitzung mit dem Vertriebspartner Sparkasse KölnBonn entstanden.

Im Fonds "Einkaufsmärkte Deutschland", befinden sich drei Objekte. Neben dem Markt in Worringen sind das Fachmarktzentren in Düsseldorf und in Hamm an der Sieg.

Die Rewe-Tochter Penny ist jeweils Hauptmieter. Dazu kommen Rossmann, Kik oder Tedi. Discounter und Drogeriemärkte seien die Gewinner des Strukturwandels im Handel, macht Ideenwelt das Investment schmackhaft.

Heute kaufe jeder beim Discounter. "Also warum nicht einmal dort Geld investieren und verdienen, wo Sie sonst ihr Geld ausgeben?"

Ideenwelt verspricht ein einfaches Investment.

Außerdem könnten die Anleger Geld in Immobilien stecken, die sie kennen und von deren Zustand sie sich regelmäßig selbst überzeugen könnten. Investieren müssen sie mindestens 10 000 Euro und ein Agio von fünf Prozent.

Das Kapital ist voraussichtlich 15 Jahre gebunden. Ideenwelt stellt danach einen Rückfluss von 176 Prozent nach Steuern in Aussicht.

Wichtig für die Rendite von geschlossenen Immobilienfonds sei, dass die Fondsobjekte in ferner Zukunft zum geplanten Preis veräußert werden können, gibt Holger Handstein von der Verbraucherzentrale NRW zu bedenken.

Wie die Preise in 15 Jahren sind, sei aber schwer zu sagen. Generell empfiehlt er bei geschlossenen Immobilienfonds "sehr vorsichtig zu sein".

Für die allermeisten Privatanleger sei das keine lohnende Anlage. Es handele sich um eine unternehmerische Beteiligung, bei der auch ein Totalverlust drohe. Außerdem erschwere die Konzentration auf wenige Objekte die Risikostreuung, und die Provisionen seien sehr hoch.

"Rund 15 Prozent des Eigenkapitals werden für Provisionen verwendet", sagte Handstein.

Ideenkapital will insgesamt 21,25 Millionen Euro für den Fonds einsammeln.

Wenn er besonders gut bei den Anlegern ankomme, habe er noch Platz für einen vierten Markt, der schon alle Prüfungen durchlaufen habe, so Ochs.

Und wenn dieses erste Projekt in einem regionalen Ballungsgebiet erfolgreich ist, sollen weitere Fonds in anderen Regionen folgen.