Firmenporträt: DCM Druckcenter in Meckenheim setzt auf Nachhaltigkeit

Firmenporträt : DCM Druckcenter in Meckenheim setzt auf Nachhaltigkeit

Das DCM Druckcenter in Meckenheim setzt auf nachhaltige Produktion. 2,5 Millionen Euro hat das Unternehmen in eine neue Anlage investiert.

Papierstapel liegen in den haushohen Regalen und türmen sich auf dem Boden. Ein Gabelstapler rollt im Eingangsbereich der Halle vorbei. „Viel Papier bedeutet viele Aufträge“, erklärt Christoph Steffen mit einem zufriedenen Lächeln. Das DCM Druckcenter in Meckenheim stellt Broschüren, Faltblätter, Zeitschriften, Poster, Visitenkarten, Memospiele und Bücher, aber auch Tragetaschen, Faltschachteln und andere Verpackungen her.

„Qualität und Geschwindigkeit sind das Wichtigste in unserem Geschäft“, erklärt Steffen, der als gelernter Mediengestalter vor acht Jahren bei DCM anfing. Seit Kurzem ist der 34-Jährige neben Norbert Schnichels, der seit 30 Jahren in dem Betrieb ist, zweiter Geschäftsführer. Um im Wettbewerb möglichst einen Schritt voraus zu sein, hat das Unternehmen, das auch in Berlin und Potsdam druckt, in den vergangenen Jahren im zweistelligen Millionenbereich investiert, zuletzt in eine Heidelberger Speedmaster XL-Fünf-Farben-Druckstraße, die seit Juli im Betrieb ist. Die 19 Meter lange Offsetdruck-Maschine hat 2,5 Millionen Euro gekostet.

Die Vorteile der Anschaffung: Die neue Anlage hat eine fast 30 Prozent höhere Druckleistung und verfügt über kürzere Rüstzeiten. „Das ist gut für kleine Aufträge“, die schon bei geringen Stückzahlen beginnen, erklärt Steffen. Ein Druckplattenwechsel dauert nicht mehr 20 Minuten, sondern nur noch fünf. Während die alte Maschine 13 000 Bogen in der Stunde druckte, sind es heute 18 000.

„Der Markt wird immer schneller“

Die DCM-Gruppe gehört nach eigener Aussage zu den modernsten Druckzentren in Deutschland, wenn es um Papier und Karton als Druckmaterialien geht. Wer technologisch auf dem neuesten Stand sein wolle, müsse alle acht bis zehn Jahre die Druckstraßen erneuern – so lang sei die Halbwertszeit, erklärt Steffen. „Der Markt wird immer schneller.“ Und sie gehört zu den größeren Druckereien: 75 Beschäftigte, darunter zwölf Drucker, sind in Meckenheim tätig, in der Gruppe sind es 150 Mitarbeiter. Sie machen zusammen 21 Millionen Euro Umsatz im Jahr, etwa drei Viertel davon werden in Meckenheim erzielt. Zu den Kunden zählen große Verbände, Behörden, Agenturen sowie Unternehmen der Auto- und Pharmaindustrie.

Die Geschichte von DCM reicht ins 19. Jahrhundert zurück, als Ludwig Leopold in der Bonner Friedrichstraße seine Druckerei gründete. Aus Citydruck Leopold wurde 1987 das DCM Druckcenter, an dem zunächst auch der General-Anzeiger als Gesellschafter beteiligt war.

Beim Umzug in den Industriepark Kottenforst 2009 spielte der Umweltschutz eine große Rolle. „Den Kunden wird der Umweltgedanke immer wichtiger“, sagt Steffen. Der Strom für das Gebäude stammt aus eigener Erzeugung: Photovoltaikanlagen stehen auf dem Dach und den Grünflächen des Betriebsgeländes. Überschüssige Elektrizität wird in das öffentliche Stromnetz eingespeist. Und die Abwärme der Druckmaschinen heizt wiederum die Gebäude. Auch beim Druckmaterial achtet DCM darauf, dass es sich um recyceltes Papier handelt beziehungsweise aus zertifiziertem Holzanbau produziert wurde. Die entsprechenden Urkunden schmücken die Wände in der Eingangshalle des Unternehmens.

Produktion im Drei-Schicht-Betrieb und rund um die Uhr

Bei DCM wird natürlich nicht nur gedruckt. An die Druckstraßen schließen sich Anlagen zum Stanzen, Falzen, Heften, Adressieren und Etikettieren an. Alles überschüssige Material, das bei der Weiterverarbeitung anfällt, wird von einer Maschine abgesaugt und gelangt direkt in eine zentrale Sammelstelle für das Recycling. Auch das spart Zeit und vor allem Personal, das in der Produktion im Drei-Schicht-Betrieb rund um die Uhr eingesetzt ist.

Nur von Samstag 6 Uhr bis Montag 6 Uhr ist meistens Pause. „Wir wollen, dass unsere Mitarbeiter ihr Wochenende immer haben“, erklärt Steffen.

Und doch teilt DCM mit anderen Branchen das Problem, nur noch schwer Mitarbeiter zu finden. „Wir suchen zur Zeit Buchbinder, Versandmitarbeiter und Auszubildende für Offsetdruck und Buchbinderei“, berichtet Steffen.

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