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Viktor Baumann: Bornheimer Unternehmen ist auf Schwerlasttransporte spezialisiert

Viktor Baumann : Bornheimer Unternehmen ist auf Schwerlasttransporte spezialisiert

Sabine Baumann-Duvenbeck denkt oft und gerne eine Nummer größer - von Berufs wegen. Die Geschäftsführerin des Bornheimer Familienunternehmens Viktor Baumann hat täglich mit schweren Lasten und großen Gütern zu tun.

Wenn es darum geht, Turbinen, Generatoren, Transformatoren oder Schiffsmotoren zu transportieren, ist das eine ums andere Mal das Unternehmen für Schwertransporte im Herseler Gewerbegebiet gefragt.

Bis zu 1200 Tonnen schwere Lasten kann Baumann bewegen, wenn dem Transport im wahrsten Wortsinn nichts entgegensteht und Straßen und Wege es zulassen. Schwere Lasten sind keine leichte Aufgabe: "Jeder Auftrag ist eine große Herausforderung", sagt Baumann-Duvenbeck.

Der Bornheimer Fuhrpark ist groß und kräftig: 150 Fahrzeuge warten auf ihren Einsatz. Zugmaschinen mit bis zu 650 PS können auf Spezialanhängern mit Dutzenden Achsen fast jedes Gut über die Straße transportieren. Mehrere Großkrane mit bis zu 50 Meter langen sogenannten Teleauslegern bringen mit Leichtigkeit Rotorblätter für Windkrafträder in Stellung.

Stark gewachsen ist das Unternehmen vor allem aber in einem anderen Geschäftsbereich, der Lagerung. Baumann-Duvenbeck: "Wir haben in den vergangenen Jahren mehrere angrenzende Gelände aufgekauft und vermieten Flächen in Lagerhallen."

So lagerten auf dem Gelände beispielsweise die Teile des Bonner Heizkraftwerks und aktuell wartet unter anderem eine haushohe Trafoanlage von Siemens auf dem rund 70.000 Quadratmeter großen Firmengelände auf ihren Weitertransport. Ursprünglich von Siemens für den Export in den Iran produziert, wurde die Anlage wegen bestehender Ausfuhr-Sanktionen in Bornheim zwischengelagert.

Begonnen hat das Geschäft mit den großen Gütern ganz klein: 1888 gründet Heinrich Baumann das Fuhrgeschäft im oberbergischen Engelskirchen. Waren werden in dieser Zeit auf Pferdewagen durchs Land gefahren. Der Unternehmer erkennt früh, dass der wirtschaftliche Fortschritt in den Ballungszentren liegt, 1914 verlegt er das Fuhrunternehmen daher nach Bonn. 1933 übernimmt Sohn Viktor das Unternehmen von seinem Vater.

Der erste moderne Lkw wird angeschafft, der Fuhrpark ständig erweitert. Weihnachten 1944 werden das Firmengelände und der gesamte Fuhrpark bei einem Bombenangriff zerstört. 1945 nach Kriegsende beginnt der Wiederaufbau. Aus den nicht mehr benötigten Armeefahrzeugen wird der neue Fuhrpark zusammengebaut. Das Transportgut besteht hauptsächlich aus Ton und Aluminium. Als der Standort zu klein wird, zieht das Unternehmen 1974 nach Bornheim. 1990 gründet Baumann eine Zweigstelle in Leipzig.

Heute arbeiten an beiden Standorten zusammen 125 Beschäftigte. Zwischen 15 und 20 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet das Unternehmen im Jahr. Die Entwicklung sei seit Jahren stabil, sagt Baumann-Duvenbeck. Wegen der starken Expansion des Unternehmens entschied die Familie, die Verantwortung für das Geschäft auf weitere Schultern zu verteilen. In diesem Jahr zeichnet neben Sabine Baumann-Duvenbeck und ihrem Vater Rudolf Baumann auch Jörg Holtappels als geschäftsführender Gesellschafter der operativen Gesellschaft verantwortlich.