Preissenkung wird vollzogen: Bonner Stadtwerke senken Gaspreis ab September

Preissenkung wird vollzogen : Bonner Stadtwerke senken Gaspreis ab September

Im Februar hatten die Stadtwerke Bonn bereits eine Gaspreissenkung in Aussicht gestellt. Ab dem 1. September will der Versorger seine Pläne nun umsetzen. Die Verbraucherzentrale sieht große Unterschiede bei Versorgern, aber Fallstricke bei Portalen.

Für einen Durchschnittshaushalt mit vier Personen und einem Verbrauch von jährlich 20 000 Kilowattstunden führe die Gaspreissenkung zu Einsparungen von rund 122 Euro pro Jahr, teilten die Stadtwerke am Mittwoch auf Anfrage mit. Das entspreche einem Minus von 8,5 Prozent.

Zuletzt hatten die Stadtwerke 2014 ihren Gaspreis leicht erhöht, danach blieben die Kosten konstant. Ihren Marktanteil in der Stadt wollen die Stadtwerke aus Wettbewerbsgründen nicht nennen, sie bezeichnen sich jedoch als Marktführer.

In Köln hat der regionale Versorger Rheinenergie bereits zum 1. April seine Gaspreise in ähnlichem Umfang gesenkt. Hier sank der Tarif nach Angaben des Versorgers bei einem Jahresverbrauch von 20 000 Kilowattstunden um 8,8 Prozent oder 120 Euro.

Die Rhenag, die Teile des rechtsrheinischen Rhein-Sieg-Kreises bis in den Westerwald mit Erdgas beliefert, wollte sich am Mittwoch auf Anfrage nicht näher zu ihrer Preisstrategie geäußert. „Wir werden unseren Kunden individuelle Angebote unterbreiten, aber aus Wettbewerbsgründung keine Preisveränderungen öffentlich ankündigen“, sagte ein Sprecher. Durch langfristige Einkaufsverträge blieben die Gaspreise im Vergleich zu Öl weitgehend konstant.

Die Stiftung Warentest hatte im vergangenen Oktober berechnet, dass ein Gasanbieterwechsel Verbrauchern eine Ersparnis von bis zu 400 Euro bringen kann. Besonders lukrativ sei es, seinen Anbieter jedes Jahr zu wechseln, so die Experten. Dadurch könnten die Gaskunden von Boni profitieren, die einige Versorger ihren Neukunden gewähren. Aber auch ohne jährlichen Wechsel lassen sich laut Stiftung Warentest noch rund 240 Euro sparen. Der Preisvergleich der Gasversorger ist allerdings mühsam. Zahlreiche Internetportale errechnen zwar den angeblich günstigsten Tarif.

Doch Verbraucherschützer verweisen auf versteckte Provisionen, die Vergleichsportale von den Anbietern kassieren. Gewarnt wird außerdem von Gastarifen mit Vorauszahlungen. Das Geld sei im Fall einer Pleite verloren, heißt es bei der Verbraucherzentrale NRW. Außerdem sollten sich wechselwillige Verbraucher über Internetbewertungen zur Kundenfreundlichkeit des potenziellen neuen Versorgers informieren.

„Der Preis ist nicht das einzige Auswahlkriterium“, meint die Verbraucherzentrale Bremen. Ist der passende neue Anbieter gefunden, empfehlen Verbraucherschützer ein Jahr Laufzeit, um flexibel auf Preisänderungen reagieren zu können. Kündigungsfristen von vier bis sechs Wochen seien dabei sinnvoll.

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