Wohnungsmarkt: Bonner Miet-Interessenten im Internet geprellt

Wohnungsmarkt : Bonner Miet-Interessenten im Internet geprellt

Eine unschlagbar günstige Miete, zwei bis drei Monatsmieten Vorkasse auf ein Konto im Ausland und im Gegenzug eine prompte Schlüsselübergabe für die Traumwohnung. Das ist die Masche von Betrügern, die über verschiedene Internetseiten auf Kundenfang gehen.

Wer sich von solch einem vermeintlichen Schnäppchenangebot täuschen lässt und die geforderte Summe überweist, steht am Ende mit leeren Händen da. Das Geld für eine Wohnung, die tatsächlich gar nicht existiert, ist weg.

"Wir wurden während der vergangenen Wochen von deutlich mehr als 20 Wohnungssuchenden angesprochen, die auf augenscheinlich sehr günstige Mietwohnungsangebote reagiert haben", erzählt Christoph Gügel, Chef des Bonner Immobilienhandelsbüros Re/max. Die Objekte seien regelmäßig von privat angeboten worden und waren nur wenige Tage im Angebot.

Die Mietpreise hätten jeweils zum Teil spürbar unter der ortsüblichen Miete gelegen, berichtet der Makler, der auf andere Weise selbst von der Betrugsmasche betroffen ist: "Der Anbieter gab an im Ausland zu leben und eine ortsansässige Immobilienagentur mit der Abwicklung beauftragt zu haben. Unter anderen wurde dabei jeweils Re/max genannt; aber auch andere Bonner Maklerunternehmen."

"Der Trick von Betrügern, ein attraktives angebliches Wohnungsangebot zu nutzen, um Geld in Vorleistung zu erhalten, existiert leider schon seit vielen Jahren. Immer wieder tauchen solche Anzeigen auf", sagt Mirco Theiner, Geschäftsführer des Mieterbundes Bonn/Rhein-Sieg/Ahr auf Anfrage: "Als Mieterbund können wir nur empfehlen: Der Mietinteressent sollte keine Zahlung leisten, bevor er einen Vertrag unterzeichnet hat."

Ähnlich äußert sich auch die Verbraucherzentrale Bonn: "Generell gilt: Nicht in Vorleistung gehen. Das ist immer ein Risiko", warnt die Mitarbeiterin. "Finger weg von solchen Angeboten", meint Joerg Utecht, Sprecher des Deutschen Immobilienverbandes IVD-West. Makler Gügel hat nach eigenen Worten bereits die Kriminalpolizei eingeschaltet und betont: "Seriöse Makler lehnen derartige Praktiken ab."

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