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Bonner Fahnenfabrik: So geht es dem Unternehmen in der Corona-Krise

Nach dem Umzug nach Hennef : So geht es der Bonner Fahnenfabrik in der Corona-Krise

Die Pandemie hat auch der Bofa-Doublet in Hennef zugesetzt. Einige Mitarbeiter sind in Kurzarbeit. Wie das Unternehmen die Corona-Krise bewältigt, berichtet die neue Geschäftsführung.

Kleine Quadrate aus Stoff – grün, gelb, rot und blau – bedecken die große Arbeitsfläche. Daneben stapeln sich Rollen mit aufgewickeltem Material, und auf dem Boden häufen sich lose Stofffetzen. Am äußeren Rand der Produktionshalle surren Nähmaschinen: Bei der Bonner Fahnenfabrik Bofa-Doublet steht die Produktion auch während der Corona-Pandemie nicht still. Vor zwei Jahren zog das Familienunternehmen aus Bonn in das Gewerbegebiet Hennef-West um und sieht am neuen Standort viele Vorteile.

„Unser altes Gebäude war historisch und beeindruckend, aber einfach auch alt. Hier ist alles etwas moderner“, erklärt Lisa Pias, Geschäftsführerin der Bofa, über den Standort. Der Informationsfluss habe sich deutlich verbessert, da die Mitarbeiter räumlich zusammengerückt seien. „Damals musste man teilweise 200 Meter zwischen den verschiedenen Abteilungen zurücklegen. Jetzt sind wir Tür an Tür“, so Pias. Pausen könnten nun häufiger zusammen verbracht werden und auch der gemeinsame Außenbereich stärke den Zusammenhalt.

Weiterhin gut vernetzt

Regional sei die Bofa weiterhin gut vernetzt – der Standort weise keine Nachteile auf. Hinzu kommt: „Für den wirtschaftlichen Zweig spielt es keine Rolle, ob wir in Bonn oder Hennef sind“, sagt Stephan Baumgart, ebenfalls Geschäftsführer.

An der Produktion habe sich seit dem Umzug und dem Wechsel in der Unternehmensführung im vergangenen Jahr nicht viel verändert: „Fahnen werden immer noch am häufigsten verkauft“, sagt Baumgart. Dennoch werde der Anteil des klassischen Produkts kleiner, ein Mix der Produkte immer beliebter. So produziert die Firma auch Leuchtreklame, Beschilderungen und Fassadenrahmen.  Außerdem spielen digitale Produkte eine immer größere Rolle: „Langfristig wird das gedruckte Material mehr und mehr durch das digitale ersetzt“, sagt Baumgart.

Werbung bei Marathons

Tatsächlich sei der Anteil digitaler Werbeartikel in Deutschland jedoch noch gering, wo 92 Prozent der weltweit 2500 Kunden sitzen. Um die Installation ihrer meist werblichen Produkte auf Messen und Veranstaltungen wie zum Beispiel Marathons kümmert sich die Bofa-Doublet ebenfalls. Doch seit Ausbruch des Corona-Virus finden solche Events nicht statt, und auch viele andere Kunden sind der Bofa abgesprungen.

Wenn es Unternehmen schlecht gehe, sei Werbung die erste Sache, die gestrichen werde, um Geld einzusparen, sagt Pias. „Den punktuellen Einbruch im Bereich Werbung konnten wir allerdings etwas abfedern“, fügt Baumgart hinzu. So habe die Firma ihre Produktion auf Schutz- und Präventionsprodukte umgestellt: Bunte Mund-Nasen-Schutzmasken sowie Plexiglasscheiben als Spuckschutz oder Aufkleber mit Hinweisen zu Abstands- und Hygieneregeln wurden in den vergangenen Monaten primär produziert.

Umsatz um sechsstelligen Betrag eingebrochen

Trotz der weitergehenden Produktion habe die Bofa durch das Virus einen Betrag im „ordentlichen sechsstelligen Bereich“ verloren. Der Jahresumsatz liegt nach eigenen Angaben bei circa fünf Millionen Euro.

„Die Corona-Produkte können die Verluste im Werbebereich nicht kompensieren“, so Baumgart. Von Kurzarbeit sei deshalb Gebrauch gemacht und einige Arbeitsabläufe umgestellt worden. Einige der 30 Mitarbeiter arbeiteten aus dem Homeoffice, das in Zukunft eine noch größere Rolle bei der Bofa spiele: Acht bis zehn Angestellte werden künftig von zu Hause aus arbeiten; vorher waren es lediglich ein bis zwei. Langsam nehmen die Druckaufträge wieder zu, und die Geschäftsführer sind sich einig: „Wir kommen vergleichsweise gut durch die Corona-Krise.“