Wettbewerbsfaktor Mitarbeiter-Wohlergehen: Beueler Gesundheitsdienstleister BAD investiert in Standorte

Wettbewerbsfaktor Mitarbeiter-Wohlergehen : Beueler Gesundheitsdienstleister BAD investiert in Standorte

Die BAD-Gruppe mit Hauptsitz in Beuel wächst mit Dienstleistungen rund um Arbeitsmedizin und Gesundheitsmanagement. Bundesweit hat das Unternehmen mehr als 4500 Beschäftigte.

Viele Arbeitgeber wollen ihren Beschäftigten heute mehr Gesundheitsdienstleistungen bieten als die jährliche Grippeschutzimpfung und rückenschonende Stühle. „Das betriebliche Gesundheitsmanagement wird zunehmend zu einem wichtigen Wettbewerbsfaktor für die Unternehmen“, sagt Bernd Siegemund, Vorsitzender der Geschäftsführung, der BAD-Gruppe, im Gespräch mit dem General-Anzeiger.

In Zeiten des Fachkräftemangels seien diese Gesundheitsdienstleistungen eine Möglichkeit, sich von der Konkurrenz abzuheben. Es gehe darum, Arbeitsbedingungen und Prozesse zu schaffen, die die Gesundheit der Mitarbeiter nachhaltig fördern. Dieser Trend führt bei der BAD-Gruppe, die ihrem Hauptsitz in der Beueler Herbert-Rabius-Straße hat, zu stetem Wachstum. Um den wachsenden Auftragszahlen gerecht zu werden, hat die BAD GmbH im vergangenen Jahr 570 (2016: 507) neue Mitarbeiter eingestellt und damit mehr als 240 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen. Ende 2017 waren in der europaweit tätigen BAD-Gruppe mehr als 4500 Experten beschäftigt. Sie betreuen 280 000 Betriebe mit vier Millionen Beschäftigten in den unterschiedlichsten Bereichen der Prävention. Zu den Kunden gehören die Deutsche Telekom, Bundesministerien, Rewe und Obi. „Wir legen Wert darauf, Mitarbeiter zu haben, die beim Kunden gut ankommen“, sagt Siegemund. Denn letztlich seien sie entscheidend für den Erfolg der BAD-Gruppe. Auch in Großbritannien ist das Unternehmen stark gewachsen. Dort ist die BAD-Gruppe jetzt für das Gesundheitsmanagement der britischen Beschäftigten von Amazon zuständig.

Das Geschäftsjahr 2017 schloss der europaweit führende Anbieter für Arbeitsschutz und betriebliche Gesundheitsvorsorge mit einem Umsatz von 288 Millionen Euro ab, 2016 waren es noch 266 Millionen Euro. Während die Kerngeschäftsfelder Arbeitsmedizin und sicherheitstechnische Betreuung um rund 7,3 und 4,9 Prozent wuchsen, ging es beim betrieblichen Gesundheitsmanagement um 46 Prozent herauf. Acht Prozent mehr als 2016 waren es bei der Mitarbeiter- und Führungskräfteberatung.

Angesichts hohe Investitionen in Personal, Weiterbildung sowie Digitalisierung sank das Jahresergebnis auf Konzernebene von fünf Millionen auf 2,9 Millionen Euro. Die Investitionen seien notwendig gewesen, so Siegemund, um den steigenden Anforderungen an Kundenbedürfnisse, Mitarbeiterqualifikation und Arbeitsabläufe gerecht zu werden. Fast alle Standorte bundesweit würden auf einen neuen Stand gebracht, viele auch vergrößert.

Gewinn an Mitarbeiter ausgeschüttet

Die BAD GmbH schüttet auch in diesem Jahr einen großen Teil des erwirtschafteten Ergebnisses an ihre Beschäftigten aus. Siegemund bezifferte die Summe auf rund 9,5 Millionen Euro. Wie viel der Ausschüttung auf den einzelnen Mitarbeiter entfällt, ist abhängig von Umsatz, Gewinn und dem Erreichen persönlicher Ziele.

Am 28. Mai 1976 wurde die BAD-Gruppe als Berufsgenossenschaftlicher Arbeitsmedizinischer Dienst von Berufsgenossenschaften gegründet. Heute sind acht Berufsgenossenschaften und die Unfallkasse NRW Eigentümer des Unternehmens mit Hauptsitz in Bonn. Am Standort Bonn selbst ist die Mitarbeiterzahl von 300 auf 350 gestiegen. Neben den drei bereits bestehenden Gebäuden ist ein Neubau weiter hinter an den Herbert-Rabius-Straße geplant: Rund 50 neue Mitarbeiter sollen dort ab 2020 ihre Arbeitsplätze einnehmen. Derzeit befindet sich das vorhabenbezogene Bebauungsplanverfahren in der Offenlage.

Veränderte Anforderungen

Unter dem Dach Gesundheitsmanagement hat der BAD die Sparten betriebliches Gesundheitsmanagement sowie die Mitarbeiter- und Führungskräfteberatung neu zusammengefasst. Man habe festgestellt, dass sich die Anforderungen der Firmen und der Mitarbeiter verändert haben. „Wir sind nicht nur der Ansprechpartner bei persönlichen Problemen der Mitarbeiter, sondern es geht auch um Coaching und Organisationsentwicklung“, sagt Siegemund.

Viele BAD-Mitarbeiter hätten mehrere Qualifikationen, so dass sie übergreifend eingesetzt werden können. Im Rahmen der Organisationsentwicklung biete die BAD-Gruppe Workshops an, an denen Arbeitgeber und Arbeitnehmer teilnehmen. „Es kommen dabei immer Vorschläge heraus, die relativ einfach ungesetzt werden können und dann die Belastung der Arbeitnehmer verringern“, erläutert der Geschäftsführer.

In jeder Firma gebe es viele Daten, die nur richtig auswertet werden müssten. So habe jeder Betrieb Zahlen zum Krankenstand. Wenn diese Statistik nach Abteilung, Geschlecht oder Alter ausgewertet werden, könne man sehr leicht sehen, wo Probleme liegen und darauf eingehen.

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