Kölnstraße in Bonn: BBB befürchtet Probleme für Firmen durch heranrückende Wohnbebauung

Kölnstraße in Bonn : BBB befürchtet Probleme für Firmen durch heranrückende Wohnbebauung

Menschen beziehen ein neu errichtetes Wohnhaus und beklagen sich dann über Lärm und Gerüche vom angrenzenden Gewerbe: Das ist nicht neu und laut dem Bürgerbund Bonn (BBB) auch für das neue Wohnbauprojekt in der Kölnstraße 299-303 zu befürchten.

Ein Investor will dort sieben dreigeschossige Mehrfamilienhäuser mit Staffelgeschoss errichten. Gleich nebenan befinden sich unter anderem eine Tankstelle, ein Reifenhandel und ein Metallbau-Unternehmen.

Der BBB hatte das Thema am Donnerstag in die Sitzung des Umweltausschusses eingebracht, dort wurde es allerdings vertagt. Die Fraktion befürchtet, dass die künftigen Anwohner rechtlich gegen die Gewerbeemissionen vorgehen und so die Firmen gezwungen sein könnten, Maßnahmen zur Verringerung etwa der Geräuschkulisse und der Gerüche vorzunehmen.

Oberbürgermeister Jürgen Nimtsch hatte dem Wohnbauprojekt vor zehn Wochen in einem Vorbescheid grünes Licht gegeben, als Reaktion auf ein schalltechnisches Gutachten, das die Emissionen dort als unproblematisch für die Anforderungen des gesunden Wohnens eingestuft hatte.

Dass dies ausreicht, um die ansässigen Gewerbe vor Klagen zu schützen, bezweifelt der Bürgerbund. Zudem würden die Unternehmen möglicherweise in den Erweiterungs- oder Umbaumöglichkeiten auf dem eigenen Firmengelände eingeschränkt, heißt es in der Vorlage.

Dazu wurde der Fall eines Betriebes in der Kölnstraße aufgeführt, dem die Umwandlung vom Sanitärinstallateur in eine Schlosserei verwehrt wurde - mit dem Hinweis, dass dadurch größere Lärmemissionen für die Nachbarschaft entstünden.

Der Bürgerbund Bonn befürchtet, dass durch diese heranrückende Wohnbebauung Konflikte zwischen Betrieben und Anwohnern vorprogrammiert sind, und plädiert dafür, auch die Interessen der Gewerbetreibenden zu beachten. Der Stadt Bonn solle daran gelegen sein, "eine Gefährdung der Arbeitsplätze beziehungsweise ein Risiko für den Bestand der Betriebsstätten in jeder Hinsicht auszuschließen."