Arbeitsmarkt im Juni in der Bonn und Region: Arbeitslosenquote sinkt unter sechs Prozent

Arbeitsmarkt im Juni in der Bonn und Region : Arbeitslosenquote sinkt unter sechs Prozent

Der Stellenmarkt in der Region Bonn/Rhein-Sieg entwickelt sich positiv. Bundesweit verzeichnet die Bundesagentur für Arbeit sogar den niedrigsten Juni-Stand seit 1991.

Der Arbeitsmarkt in der Region Bonn/Rhein-Sieg hat sich im Vergleich zum Vorjahr positiv entwickelt. Die Arbeitslosenquote im Juni lag bei 5,9 Prozent.

Damit fiel die Zahl der Arbeitslosen im Bezirk der Agentur für Arbeit Bonn/Rhein-Sieg im Vergleich zum Vormonat um 1,7 Prozent auf 28.451 Personen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat fiel die Arbeitslosigkeit um 0,8 Prozent.

Eine geringere Quote für den Monat Juni gab es seit 1997 nur im Jahr 2011 mit 5,7 Prozent. Der diesjährige Rückgang der Arbeitslosigkeit im Juni ist sowohl im Versicherten- als auch im im Grundsicherungsbereich zu verzeichnen. Der Bestand der gemeldeten Arbeitsstellen stieg im Vergleich zum Vorjahresmonat um 15,1 Prozent auf insgesamt 6.536 Stellen.

Positive Entwicklung

„Wir gehen mit Schwung in den Sommer, der Arbeitsmarkt entwickelt sich für alle Personengruppen positiv. Besonders gefreut hat uns der Rückgang der Arbeitslosenquote auf den Stand von 2012 und die Entwicklung der Langzeitarbeitslosigkeit im Grundsicherungsbereich“, sagte Marita Schmickler-Herriger, Leiterin der Agentur für Arbeit Bonn/Rhein-Sieg. Im Verlauf des Monats Juni meldeten sich 5486 Männer und Frauen aus Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis arbeitslos, das sind 25 Personen weniger als im Vormonat.

Zudem werde sich die Flüchtlingszuwanderung in absehbarer Zeit positiv auf die Arbeitslosigkeit auswirken, teilte das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) mit.

Derzeit stünden viele Flüchtlinge während der Integrationsmaßnahmen dem Arbeitsmarkt noch nicht zur Verfügung und etliche Asylanträge seien noch nicht entschieden. Investitionen in die Qualifizierung von Flüchtlingen seien aber wichtig, um sie nachhaltig in Beschäftigung integrieren zu können, so das IAB.

Zuwachs von 2.807 Personen

Der Bestand an gemeldeten erwerbsfähigen Personen aus nichteuropäischen Asylzugangsländer betrug für im Juni 6.108 geflüchtete Menschen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat bedeutet das ein Zuwachs von 2.807 Personen. Im Agenturbereich betrug der Bestand an gemeldeten Personen 1.232 geflüchtete Menschen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat bedeutet das ein Zuwachs von 1.141 Personen. Die robuste Konjunktur und die auslaufende Frühjahrsbelebung haben die Arbeitslosigkeit bundesweit auf den niedrigsten Juni-Stand seit 25 Jahren sinken lassen.

Insgesamt waren in dem Monat 2, 614 Millionen Männer und Frauen ohne Arbeit. Das sind 50.000 weniger als im Mai und 97.000 weniger als vor einem Jahr, teilte die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag in Nürnberg mit. Weniger Jobsucher hatte es in einem Juni zuletzt im Jahr 1991 gegeben.

Bisher keine dramatischen Brexit-Auswirkungen

Vom britischen Brexit-Votum erwartet Bundesagentur-Chef Weise vorerst „keine dramatischen Auswirkungen“ für den deutschen Arbeitsmarkt. „Es gibt jetzt keinen Anlass für uns, in den Krisenmodus zu gehen“, unterstrich Weise bei der Vorstellung am Donnerstag. Zwar sei Großbritannien ein wichtiger Handelspartner für Deutschland. „Aber ein einzelnes Land kann die deutsche Wirtschaft gar nicht so stark beeinflussen.“ Es würden ja mit dem britischen EU-Austritt auch nicht gleich sämtliche Handelsbeziehungen zu Deutschland gekappt.