Fachkräftemangel: 7900 Stellen in Region Bonn/Rhein-Sieg unbesetzt

Fachkräftemangel : 7900 Stellen in Region Bonn/Rhein-Sieg unbesetzt

Der Fachkräftemangel stellt die Unternehmen in der Region vor Probleme. Die IHK Bonn/Rhein-Sieg und die Agentur für Arbeit wollen Arbeitgeber bei der Suche nach Personal unterstützen.

Eines der größten Probleme der Unternehmen in der Region ist zurzeit der Fachkräftemangel. „Es ist ein großes dominierendes Thema, das schon seit langer Zeit bei uns und den Unternehmen an erster Stelle steht“, sagte Hubertus Hille, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Bonn/Rhein-Sieg, am Dienstag bei der Vorstellung der Broschüre „Gemeinsam für Fachkräfte“.

Die etwa 30 Seiten lange Schrift ist ein Gemeinschaftsprojekt der IHK und der Agentur für Arbeit Bonn und soll Arbeitgebern einerseits eine Analyse der aktuellen Situation liefern, andererseits Anregungen zur Bekämpfung des Fachkräftemangels geben. „Es gibt zurzeit 7900 offene Stellen in der Region. Diese zu besetzen, wird immer schwieriger“, sagte Stefan Krause, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bonn. Eine wichtige Grundlage für ihn ist die Bewerberstellenrelation. Sie gibt Auskunft darüber, wie viele Fachkräfte Interesse an einer Stelle zeigen. Eine entspannte Lage herrsche, wenn sich auf eine Ausschreibung drei Interessierte melden, so Krause. Doch im Moment sei das Verhältnis oft entgegengesetzt. Ein weiteres Symptom für den Fachkräftemangel sei die steigende Vakanzzeit, also der Zeitraum, in dem Arbeitgeber Arbeitnehmer fehlen. Besonders betroffen: das Gesundheits- und Sozialwesen. Offene Stellen zu besetzen, dauert laut Agentur für Arbeit manchmal fast ein halbes Jahr. Auch der demografische Wandel mache sich bereits bemerkbar, so Hille. Ältere Arbeitskräfte gehen in Ruhestand, doch fehlt es an Nachwuchs.

Neben den aktuellen Zahlen und künftigen Tendenzen des Fachkräftemangels wollen die IHK und die Agentur für Arbeit in ihrer Broschüre auch Möglichkeiten zeigen, der Entwicklung entgegenzuwirken. „Den größten Mangel an Fachkräften haben wir im nichtakademischen Bereich, weshalb die Ausbildung ein immer wichtigeres Thema für die Unternehmen wird“, erläuterte Hille. Jugendliche frühzeitig über mögliche Ausbildungen zu informieren, sei für die Zukunft vieler Unternehmen von großer Bedeutung. „Deshalb erklären wir in der Broschüre, wie Arbeitgeber mit Schulen kooperieren können, um dort über Berufe zu informieren“, so Hille.

Auch über die Ausbildung von Menschen mit Behinderung sowie die Weiterbildung von Angestellten soll die Broschüre Aufschluss geben. „Unternehmen sollten auch das Potenzial, das schon in der Belegschaft ist, nutzen“, sagte Krause und wies auf Fortbildungsmöglichkeiten hin. Ein weiterer Aspekt sei für die Unternehmen die Anstellung von Fachkräften aus dem Ausland. Ohne Zuwanderung ist das Problem laut Hille nicht mehr zu bewältigen, weshalb Unternehmen offen gegenüber Menschen aus anderen Ländern sein sollten.

Gute Standortbedingungen sollen außerdem weitere Fachkräfte in die Region bringen. „Dafür muss ein Wohnraumkonzept entwickelt werden, das die Stadt Bonn und der Rhein-Sieg-Kreis zusammen meistern müssen“, erklärte Hille. Die Kooperation der IHK und der Agentur für Arbeit leiste dazu einen Beitrag.

Unternehmen können die Broschüre kostenfrei bei der IHK Bonn/Rhein-Sieg bestellen: aufdermauer@bonn.ihk.de

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