Postbank startet Servicefirma: 6000 Mitarbeiter wechseln in Gemeinschaftsunternehmen mit Deutscher Bank

Postbank startet Servicefirma : 6000 Mitarbeiter wechseln in Gemeinschaftsunternehmen mit Deutscher Bank

Bei der Integration in den Deutsche-Bank-Konzern kommt es für die Bonner Postbank nächste Woche zu einer weiteren Zäsur: Zum 1. April nimmt nach den Worten von Postbank-Chef Frank Strauß die gemeinsame Servicegesellschaft mit der Deutschen Bank den Betrieb auf. 6000 Mitarbeiter der Postbank und 4000 Beschäftigte der Deutschen Bank sollen den Planungen zufolge in die PBC Banking Service GmbH wechseln.

PBC übernimmt Aufgaben wie Konto-, Kredit- und Beitragsmanagement, Zahlungsverkehr, Wertpapierabwicklung und fungiert als Call Center. Derzeit werden diese Aufgaben noch von vielen Töchter-GmbHs erledigt. Sie alle sollen in der neuen Struktur aufgehen. Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" plant die Deutsche Bank, bei PBC 300 Stellen bis 2016 sozialverträglich abzubauen.

Im Geschäftsbericht der Postbank ist von 200 Vollzeitstellen die Rede, die das Institut Ende dieses Jahres voraussichtlich abgebaut haben wird. Nach früheren Angaben will die Deutsche Bank durch die Integration der Postbank jährlich 770 Millionen Euro sparen, davon die Hälfte beim Personal, die andere Hälfte bei Sachkosten. Größtes Projekt hier ist die Überführung der gesamten Informationstechnik von Deutscher Bank und Postbank auf eine einheitliche SAP-Software "Magellan".

Von PBC hängt auch ab, wie sich der Gewinn der Postbank in diesem Jahr entwickelt. Bei einem erfolgreichen Start rechnet der Vorstand mit einem "deutlichen Anstieg" des Vorsteuergewinns "um einen kleineren dreistelligen Millionenbetrag", wie es im veröffentlichten Geschäftsbericht heißt.

Im vergangenen Jahr haben die Bonner weniger Geschäft gemacht. So gingen vor allem wegen des Verkaufs von Auslandsgesellschaften in USA, Indien, Tschechien und Großbritannien sowie dem Rückzug aus risikoreichen Engagements Kredite und Einlagen zurück (siehe Tabelle).

Obwohl das Vorsteuerergebnis niedriger ausfiel als im Vorjahr, konnten die Bonner wegen einer Steuerrückerstattung unterm Strich einen deutlich höheren Konzerngewinn von 330 (Vorjahr: 287) Millionen Euro ausweisen.

Ein Sprecher wies darauf hin, dass ohne die Aufwendungen, die durch die Integration in die Deutsche Bank Gruppe entstanden sind, sich das Vorsteuerergebnis auf 500 Millionen Euro belaufe, vier Millionen Euro mehr als in der ebenfalls um Integrationskosten bereinigten Vorjahreszeit. "Es ist uns gelungen, im Kundengeschäft zu wachsen, die Postbank profitabler und sicherer zu machen sowie bei der Integration Fortschritte zu erzielen - und zwar gleichzeitig. Mit der Umsetzung unserer Strategie sind wir dabei einen großen Schritt vorangekommen", sagte Strauß.

In Bonn beschäftigt die Postbank rund 3000 Mitarbeiter, dazu 140 in den Filialen. Strauß: "Das ist stabil und das bleibt auch so." In der Region Köln-Bonn arbeiten nach Unternehmensangaben insgesamt 5050 Frauen und Männer für die Postbank.