Bonner Konzern veröffentlicht Quartalszahlen

Viele Anträge auf Frühpensionierung bei Deutscher Post

Weil es auf dem heimischen Markt für den früheren Staatsmonopolisten seit langem eher schwierig läuft, baut die Deutsche Post ihre Konzernstruktur um.

Die Deutsche Post hat die Zahlen zum dritten Quartal veröffentlicht.

Bonn. Die Deutsche Post DHL Group muss in der Sparte Post-E-Commerce-Parcel im dritten Quartal einen Verlust von 209 Millionen Euro verkraften. Angestrebte Einsparungen sollen unter anderem durch Frühpensionierungen von Beamten erreicht werden.

Post-Chef Frank Appel ist optimistisch, dass die Paket- und Briefsparte des Konzerns wieder auf dem Weg ins ruhigere Fahrwasser ist. Im Juni hatte Appel für Aufsehen gesorgt, als er mit Blick auf das Paketgeschäft die Gewinnprognose für den ganzen Konzern um eine Milliarde auf 3,2 Milliarden Euro senkte und ein Sanierungsprogramm mit Kostensenkungen und einem Vorruhestandsprogramm für Beamte auflegte.

Dieses Programm hat Einfluss auch auf die Zahlen des Bonner Unternehmens im dritten Quartal gehabt. So erzielte das Unternehmen in der Sparte Post - E-Commerce - Parcel (PeP) einen Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 209 Millionen Euro. Im dritten Quartal des Vorjahres hatte das Ebit mit 307 Millionen Euro noch deutlich im Plus gelegen. Die Restrukturierungskosten für die Sparte lagen im dritten Quartal bei 392 Millionen Euro. Konkrete Zahlen für das Vorruhestandsprogramm nannte Appel auch auf Nachfrage noch nicht. Nur so viel: Es gebe hinreichend viel Anträge von Beamten auf Frühpensionierung, dass die vorgesehenen Einsparungen auf jeden Fall erreicht würden. „Wir kommen zügig und planmäßig voran“, sagte Appel.

Mehreinnahmen bleiben noch aus

Zunächst bleiben allerdings noch die angestrebten Mehreinnahmen aus, auf die der Konzern mit dem Sanierungsprogramm der PeP-Sparte gesetzt hatte. Der Konzern muss mit der für den Jahreswechsel geplanten Erhöhung des Briefportos warten. Die Bundesnetzagentur, die die Preiserhöhung genehmigen muss, forderte weitere Unterlagen an. Jetzt soll die Entscheidung voraussichtlich bis Mitte 2019 fallen: „Wir sind weiterhin zuversichtlich, dass wir hier eine deutliche Preissteigerung sehen werden“, meinte der Post-Chef. Das Porto für Standardbriefe war zuletzt 2016 von 62 auf 70 Cent gestiegen.

Appel sieht den Grundstein dafür gelegt, das es im kommenden Jahr in der Sparte wieder aufwärts geht. Und bis 2020 will der Manager den Konzern wie vor längerer Zeit angekündigt zu einem operativen Gewinn von fünf Milliarden Euro führen.

Dass der Konzernumsatz im dritten Quartal trotz der Paketprobleme um 1,4 Prozent auf 14,8 Milliarden Euro stieg, lag an der positiven Entwicklung der drei DHL-Sparten. Der größte Gewinnbringer DHL Express steigerte sein operatives Ergebnis dank des boomenden Geschäfts mit zeitkritischen internationalen Sendungen um zehn Prozent.

Der Umsatz mit den schnellen Sendungen stieg um 7,2 Prozent auf 3,9 Milliarden Euro. Beim früheren Sorgenkind, der Frachtsparte, stieg der Umsatz um 4,2 Prozent auf knapp 3,7 Milliarden Euro. Die Sparte hat Probleme einer gescheiterten IT-Umstellung allmählich verdaut. Die Sparte Supply Chain, in der die Post zum Beispiel Lagerhäuser für Großkunden betreibt, setzte 6,4 Prozent weniger um und legte beim operativen Gewinn leicht auf 153 Millionen Euro zu.