Aktion "Mother's Day"

Jobcenter Bonn will Müttern den Einstieg ins Berufsleben erleichtern

Bonn. Neun Unternehmen öffnen bei der Aktion „Mother's Day“ ihre Türen für arbeitssuchende Frauen. Neun Unternehmen sind mit von der Partie.

Um Müttern den Einstieg ins Erwerbsleben nach der Familienphase zu erleichtern, hat das Jobcenter Bonn die Aktion „Mother’s Day“ initiiert. Arbeitslose Mütter hatten dabei gestern die Chance, in eines von neun teilnehmenden Unternehmen zu blicken und so erste Kontakte zu einem potenziellen künftigen Arbeitgeber zu knüpfen.

Wer sich als Mutter eine Zeit lang der Erziehung gewidmet hat, dann aber wieder berufstätig sein will, wird nicht bei allen Firmen mit offenen Armen empfangen. Kristina Zink weiß das aus leidvoller Erfahrung. Die 32-jährige Bonnerin ist gelernte Einzelhandelskauffrau und hat zudem eine Weiterbildung zur Büroassistentin absolviert. „Mein Problem war aber, alleinerziehende Mutter einer Tochter zu sein.“

Als solche sei ihr bei einem Bewerbungsgespräch schon einmal geraten worden, sich wieder zu melden, wenn der Nachwuchs erwachsen sei. Mittlerweile hat sich die Situation für die Bonnerin verbessert: Sie lebt wieder in einer Beziehung, und die Tochter ist inzwischen zwölf. Trotzdem stoße sie, wenn sie bei möglichen Arbeitgebern vorstellig wird, immer wieder auf Skepsis. „Ich möchte aber ins Berufsleben zurückkehren und nicht nur auf den Status einer Mutter reduziert werden.“

Daher setzt Zink ihre Hoffnungen in die Aktion „Mother’s Day“, mit der das Jobcenter Bonn neben der Vermittlung der Erwerbslosen auch Stigmata in Bezug auf Langzeitarbeitslosigkeit bei Arbeitgebern und in der Öffentlichkeit abbauen will. „Mütter verdienen und brauchen besondere Unterstützung , wenn es darum geht, Familie und Erwerbsarbeit miteinander zu vereinbaren“, sagte Ute Schwarz, im Bonner Jobcenter Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt, zum Auftakt des „Mother’s Day“, der nach der letztjährigen Premiere eine Neuauflage erlebte.

Neun Unternehmen wirkten mit, von Prodialog bis zum Diakonischen Werk, von „De Wäschküsch“ bis Hotel Löhndorf. Begleitet von Kundenberatern des Jobcenters steuerten die teilnehmenden Mütter je einen zuvor ausgesuchten Betrieb an, dessen Tätigkeitsfelder sie am stärksten interessieren. Dort wurden sie von Mitarbeitern durchs Haus geführt und konnten mit ihnen ins Gespräch kommen.

Kristina Zink war eine von mehreren Besucherinnen bei den Germania Gebäudediensten. Deren Bereichsleiterin Silvia Ernest erklärte: „Viele scheuen sich, Mütter einzustellen – das sehen wir anders.“ Das Unternehmen mit 1450 Mitarbeitern wolle aufzeigen, dass die Reinigung eine geeignete Branche für den Berufseinstieg oder die Rückkehr von Müttern sei. Und das nicht nur wegen unterschiedlicher Arbeitszeitenmodelle – frühmorgens, spätabends oder in Teilzeit.

„Mütter sind Organisationstalente und wissen, was Hygiene ist“, zählte Ernest auf. Überdies sei die Reinigung ein ehrbarer Beruf, mit Tariflohn sowie Möglichkeiten des Aufstiegs und der Weiterbildung. Die Teilnahme am „Mother’s Day“ soll also auch Transparenz schaffen.